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Publizistik und Politisierung der Frauenbewegung in der wilhelminischen Epoche

Die Zeitschrift «Die Frau» (1893–1914) – Diskurs und Rhetorik

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Christina Stange-Fayos

Mittelpunkt dieser sprachwissenschaftlich fokussierten Studie ist die von Helene Lange in Berlin begründete und über Jahrzehnte herausgegebene Monatsschrift Die Frau. Sie war das bedeutendste Sprachrohr der Gemäßigten in der bürgerlichen Frauenbewegung. Die Medienanalyse macht sich die Methoden der kritischen und historischen Diskursanalyse zu eigen, indem sie verfeinernd deren operatives Instrumentarium nutzt. Die vielfältigen diskursiven Verschränkungen werden dabei sichtbar, ebenso wie die Konflikte mit den anderen Fraktionen der Frauenbewegung und den in erster Linie männlichen Gegnern der Emanzipation. Trotz ihrer moderat dargebotenen Überzeugungsarbeit war Die Frau ein Kampfblatt, das die Interessen eines Großteils der bürgerlichen Frauenbewegung vertrat. Sie intendierte Revolution, allerdings im Gewand der Reform, welches sie gesellschaftsfähig und effizient machte. Die von Helene Lange vorgegebene Strategie, zwar zielstrebig und konsequent, aber langsam und bedacht vorzugehen, erwies sich langfristig als erfolgreich.
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Biogramme der HauptmitarbeiterInnen der FRAU (1893–1914)

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Altmann-Gottheiner, Elisabeth

Elisabeth Altmann-Gottheiner, Publizistin und Politikerin, geborene Altmann, wurde am 26. März 1874 in Berlin geboren (sie starb am 21. Oktober 1930 in Mannheim). Sie studierte in London, Berlin und Zürich. 1902 promovierte sie in Zürich zum Dr. Jur. Sie lebte zunächst in Berlin als Lehrerin und Schriftstellerin, dann in Frankfurt am Main; seit 1906 war sie kinderlos verheiratet. 1907 wurde sie in die BDF-Kommission für Arbeiterinnenschutz gewählt (übrigens war sie im Bund Deutscher Frauenvereine Mitglied des engeren Vorstands und gleichzeitig Schatzmeisterin von 1910–1924). 1908 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Handelshochschule in Mannheim, wo sie sich 1919 habilitierte und die soziale Frauenschule gründete. Sie war Vorstandsmitglied des Bundes Deutscher Frauenvereine, Leiterin der Kommission für Frauenarbeit des Internationalen Frauenbundes, Mitglied der Stipendienkommissionen des Deutschen sowie des Internationalen Akademikerinnenbundes und gab unter anderem die Zeitschriften Neue Bahnen und Jahrbücher der Frauenbewegung heraus.760 Eine Laufbahn, die der Helene Langes sehr ähnelt, außer dass die 26 Jahre jüngere Altmann-Gottheiner keine solch ausgesprochene Autodidaktin wie Lange war, sondern eine akademische Ausbildung hatte. In der FRAU schrieb sie in der Fachgruppe Politik unter der Rubrik „Frauenstimmrechtsvereine und Tagungen“ (siehe zum Beispiel den Aufsatz „Eindrücke vom Kongress des Weltbundes für Frauenstimmrecht, Amsterdam vom 15. bis 20. Juni 1908“, in: DIE FRAU 15 (1907/1908), S. 641–646) und „Die Frau als Staatsbürgerin in Familie, Volksvertretung und Verwaltung“ (siehe „Die...

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