Show Less
Restricted access

Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

Series:

Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
Show Summary Details
Restricted access

Komposition in Deutsch und Neugriechisch: eine kontrastive morphologische Analyse

Extract

Maria Koliopoulou1

In dieser Studie werden zwei Sprachen, Deutsch und Neugriechisch, in Bezug auf ihr Kompositionsverfahren kontrastiv betrachtet. Da beide im Rahmen der morphologischen Typologie als fusionierend bezeichnet werden, haben sie viele Gemeinsamkeiten, ohne dass Unterschiede ausgeschlossen sind. Anhand der strukturellen Merkmale eines Kompositums werden sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede detailliert untersucht.

Die kontrastive morphologische Analyse zwischen Deutsch und Neugriechisch basiert darauf, dass diese zwei Sprachen gemeinsame Merkmale aufweisen. Auf typologischer Ebene gehören sie zur indogermanischen Sprachgruppe. Weiterhin werden beide Sprachen gemäß Comries morphologischer Klassifizierung als fusionierend bezeichnet. Das heißt zum Beispiel, dass beide Sprachen über Portmadeau-Morpheme verfügen, die mehrere Funktionen tragen. Die Verschmelzung der Funktionen ist am Beispiel der Verben renne und παίζω (‘spiele’) ersichtlich, wo die Flexionsmorpheme -e und -ω für die erste Person Singular Indikativ Präsens stehen. Sie realisieren also die morphologischen Merkmale Person, Numerus, Modus und Tempus.

Gemeinsame Charakteristika haben Deutsch und Neugriechisch auch bei der Wortbildung, bzw. bei der Komposition, die ein sehr produktives morphologisches Verfahren in diesen Sprachen ist (Neef, 386; Ralli 2007, 12). Neuwörter sind oft Komposita, die in der Alltagssprache benutzt werden und wegen ihrer großen Menge nicht in Wörterbüchern angeführt werden. Trotz der gemeinsamen morphologischen Merkmale weisen diese zwei Sprachen beim Kompositionsverfahren allerdings nicht nur Ähnlichkeiten, sondern auch Unterschiede auf. Im Folgenden werden die strukturellen Merkmale eines Kompositums kontrastiv betrachtet, um diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu verdeutlichen. ← 43 | 44 →

2.1. Kompositionsglieder

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.