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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

Series:

Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Fremdheit in Phraseologismen

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Georg Schuppener1

Der Beitrag befasst sich mit historischen Phraseologismen im Hinblick darauf, wie in ihnen zu Fremdem Stellung genommen wird. Materialgrundlage bildet das „Sprichwörter-Lexikon“ von Wander. Dargestellt werden zunächst positive Einschätzungen des Fremden, dann negative Sichtweisen, die die Distanz und das Misstrauen dem Fremden gegenüber widerspiegeln. Weiterhin werden auch andere Aspekte beschrieben, die als Spezifika des Fremden in Sprichwörtern und Redewendungen thematisiert werden. Generell kann gezeigt werden, dass eine Beurteilung des Fremden in Phraseologismen immer relativ zur Sicht des Eigenen erfolgt und auf diese Weise eine Kontrastierung erfolgt. Die historischen Belege zeigen zahlreiche Perspektiven auf das Fremde, die auch heute noch nennenswerte Bedeutung und damit Aktualität besitzen.

Fremdheit mit all ihren Aspekten (bezüglich Menschen, Verhaltensweisen oder Gegenständen) kann heute als beliebtes, wenn nicht gar als Modethema gelten. Publikationen hierzu sind, wie bei einer Recherche in einschlägigen Datenbanken leicht nachzuweisen ist, in großer Zahl vorhanden. Gut untersucht sind bereits zahlreiche rezente Facetten des Themas. Bislang noch nicht so intensiv erforscht ist hingegen die historische Dimension von Fremdheit, vor allem auch ihre langfristige Verwurzelung. Gerade hier kann die Betrachtung von Phraseologismen einen aufschlussreichen Zugriff bieten, da Sprichwörter und Redewendungen bekanntlich das reflektieren, was Menschen im Alltag besonders beschäftigt. Daher thematisieren sie häufig Dinge, die zu einer Stellungnahme oder Wertung einladen. Vor allem aber tradieren sie langfristige Überzeugungen und Einschätzungen. Über Phraseologismen lassen sich also Rückschlüsse auf die Rezeption und Wertung von Fremdheit...

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