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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

Series:

Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Wörter, Sprichwörter und Geschichten als Referenzpunkte für die Ausbildung transkultureller Identitäten

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Barbara Siller1

In Kurt Lanthalers Roman Das Delta wird der Lebenslauf des Protagonisten Fedele Conte Mamai erzählt. Sein Leben ist weder eine Geschichte mit klarem Anfang noch mit eindeutigem Ziel, vielmehr ist es ein Potpourri zahlreicher Geschichten, die ihm im Laufe seines Lebens erzählt werden und die er sich selbst erzählt. Die Identitäten der literarischen Figur machen sich vor allem an den Wörtern, Sprichwörtern und Geschichten fest, die sie sich im Laufe ihres Lebens angesammelt hat und die sie behutsam verwahrt. Die Figur erkennt, dass die narrative Fähigkeit für die Ausbildung von Identitäten wesentlich ist. Dadurch wird der theoretische Ansatz Paul Ricoeurs, der die Narrativität als die zentrale Möglichkeit zur Entfaltung und Verbindung unterschiedlicher Identitätsaspekte begreift, literarisiert. Der Protagonist im Roman Lanthalers erzählt sein Leben in mehreren Kapiteln und entscheidet selbst über deren Anfang und deren Ende. Dabei kommt es zur Unterbrechung chronologischer Zusammenhänge sowie zur Subversion fester Identitätsvorstellungen. Das mühelose Überschreiten von sprachlich-kulturellen Grenzen spiegelt sich auf erzählstruktureller Ebene wider. Die Begegnungen, die an der Identität des Protagonisten veranschaulicht und im Text sprachlich visualisiert werden, machen den Roman zu einer Narrative, in der Verhandlungen von kulturellen Bedeutungen besonders gelungen dargestellt sind.

Noch bevor ich denken kann, schüttle ich den Kopf. Was soll ich erzählen? Es gibt da nicht viel, und das Wenige hab ich mir selbst zusammengesammelt im Lauf der Zeit. Das meiste davon sp...

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