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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

Series:

Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Über Grenzen und Grenzenlosigkeit der literarischen Übersetzung anhand Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“

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Erzsébet Drahota-Szabó1

Im Beitrag geht es um Folgendes: Wodurch entsteht das Komische, das Humorvolle, das Ironisch-Satirische dieses ‚komischen Romans’ von Daniel Kehlmann und wie ließe sich das ins Ungarische übertragen? Es werden vier Arten bzw. Quellen der Komik/Ironie/Satire unterschieden: 1) die „ironische Grundhaltung“ des Erzählers; 2) stilistische Mittel; 3) Handlungen der Figuren, die Relativierung der Kategorien ‚normal’ und ‚abnormal’ und 4) die Verbindung von Sprachwitz und Handlungskomik, d. h. (selbst)ironische Tabubrüche. Die semantische Bewertungshomogenität wird durch spezielle Isotopie-Brüche verletzt bzw. entsteht paradoxerweise gerade dadurch, dass dem Leser für die Interpretation immer zwei, einander widersprechende Lesarten angeboten werden. Die Isotopien werden nicht als schwarz und weiß gegenübergestellt, sie zwingen den Leser nicht, parteiisch zu sein. Eben dies ermöglicht die Selbstreflexion, die Suche nach der eigenen kongruenten Identität, die nicht dadurch kongruent ist, da sie nur Böses oder Gutes an sich hat, sondern weil sie sich selbst akzeptiert. Der Humor des Romans ist kein typisch deutscher Humor, sondern Humor schlechthin. Auch wenn der Autor die Frage beantworten wollte, „was es heißt, deutsch zu sein“, hat er (auch) die Frage beantwortet, was es heißt, Ungar zu sein, oder viel eher das, was es bedeutet, einfach Mensch im Licht und Schatten zu sein, zwischen Normalität und Abnormalität.

Ich habe den Roman von Daniel Kehlmann „Die Vermessung der Welt“ und seine ungarische Übersetzung „A világ fölmérése“ als ‚komischen Roman’ gelesen...

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