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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

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Edited By Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Von ‚Panzern’ und ‚Fußballmaschinen’: der griechische massenmediale Diskurs über die Deutschen. Das Beispiel der Fußball-WM 2006.

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Amalia Plaskasoviti1

Die Massenmedien haben wesentlich zur Formation und vor allem zur Verbreitung (bzw. Propagierung) der eigenen bzw. fremden nationalen Identität beigetragen. Unser Forschungsparadigma stammt aus dem Bereich der Sportberichterstattung. Den Ausgangspunkt bildet ein internationales Großereignis, die Fußball-WM 2006, das in Deutschland stattgefunden hat. Dabei beschäftigen wir uns mit der allgemeinen Konstruktion von Nation und insbesondere mit dem konstruktiven Diskurs über die Deutschen durch die griechischen Massenmedien. Anhand von Beispielen aus dem Korpus wird der griechische massenmediale Diskurs über die Deutschen veranschaulicht. Gleichzeitig wird die Konstruktion des griechischen Selbstbildes durch Kategorisierung und Kontrastierung thematisiert.

Nation bzw. nationale Identität gelten – postmodernen Theorien zufolge – als keine natürlichen Gegebenheiten, sondern als soziale Konstruktionen. Dabei ist insbesondere die Konstruiertheit von Begriffen wie ‚Nation’, ‚Volk’, ‚Rasse’ usw. (s. z.B. Gellner; Balibar/Wallerstein) und vor allem die Auffassung von Nationen als „imaginierte Gemeinschaften“ (imagined communities Hobsbawm; Anderson) schon betont worden.

Diese soziale Konstruktion der Nation ist vor allem unter dem Einfluss des erweiterten Begriffs von Diskurs durch Foucault als diskursiv thematisiert worden. So entstanden mehrere Studien und entsprechende Ansätze der Kritischen Diskursanalyse (z.B. Fairclough 1992 usw.) und insbesondere über die diskursive Konstruktion von nationaler Identität (z.B. Wodak; Thomas;) oder von Rasse (z.B. Jäger).

Die meisten Theoretiker der historischen Entwicklung des Nationalismus haben die wesentliche Rolle der Massenmedien als Katalysatoren betont (An ← 367 | 368 → derson; Kaufmann), denn die Massenmedien haben zur Formation und Verbreitung bzw. Propagierung von nationalen Diskursen und Nationalbildern...

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