Show Less
Restricted access

Sprechwissenschaft: Bestand, Prognose, Perspektive

Series:

Edited By Ines Bose and Baldur Neuber

Im Zeitraum von November 2012 bis Dezember 2013 feierten fünf prominente Professorinnen und Professoren der Sprechwissenschaft ihre Jubiläumsgeburtstage. Eva-Maria Krech, Jutta Suttner und Eberhard Stock jeweils den 80sten und Ursula Hirschfeld sowie Lutz Christian Anders jeweils den 60sten. Aus diesem Anlass fand ein Jubiläumskongress von höchstem inhaltlichem Anspruch statt, aus dessen Beiträgen dieser Band hervorgegangen ist. Ausgewählte, fachlich hochkarätige Autorinnen und Autoren präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse in Sprache und Sprechen, zu Fragen der Rhetorik, Phonetik, Phonologie, Sprecherziehung und Sprechkunst, und dies sowohl in der interpersonellen Kommunikation als auch in Musik und Film. Vom Ethikmanagement im Bankgewerbe über Kommunikationsberatung bis hin zum theatralen Prozess werden vielfältigste Bereiche des gesellschaftlichen Lebens fokussiert.
Show Summary Details
Restricted access

Beziehungen zwischen Musik und Sprache aus musiktheoretischer und musikpsychologischer Sicht: Wolfgang Auhagen, Halle

1Musik und Rhetorik

Extract

Beziehungen zwischen Musik und Sprache aus musiktheoretischer und musikpsychologischer Sicht

Wolfgang Auhagen, Halle

Beziehungen zwischen Musik und Sprache haben Musiktheoretiker und Komponisten über mehrere Jahrhunderte hinweg beschäftigt. Dabei ging es nicht nur um eine angemessene Vertonung von Texten in Vokalkompositionen wie Opern oder Oratorien. Vielmehr suchte man nach strukturellen Gemeinsamkeiten. Mit dem Aufkommen einer empirischen psychologischen Forschung ergaben sich Fragen nach Gemeinsamkeiten der Verarbeitung von Sprache und Musik beispielsweise im Rahmen von Intelligenztests. Einige „Stationen“ aus der Geschichte der Betrachtungen von Musik und Sprache sollen im Folgenden vorgestellt werden.

In der mittelalterlichen Gliederung der sieben freien Künste gehörten Musik und Sprache unterschiedlichen Gruppen an: die Musik dem Quadrivium der mathematisch ausgerichteten Fächer Arithmetik, Astronomie, Geometrie und eben Musik, die sprachlich argumentativ ausgerichteten Disziplinen der Dialektik, Grammatik und Rhetorik dem Trivium. Aber da die klingende Musik bis ins 18. Jahrhundert hinein in erster Linie wortgebundene Musik war, ist es nicht verwunderlich, dass sich neben einer mathematisch orientierten Musiktheorie, die sich vor allem mit der Maßbestimmung von Intervallen und Tonskalen beschäftigte, Musiktheorie auch mit Blickrichtung auf das Trivium betrieben wurde. Joachim Burmeister, Kantor an der Rostocker Lateinschule und Marienkirche, veröffentlichte 1606 eine kurz gefasste Lehre der Vokalkomposition, betitelt „Musica Poetica“. Sie ist als ein früher Versuch der Systematisierung einer musikalischen Figurenlehre bekannt geworden. Burmeister definiert die musikalische Figur als: ← 25 | 26 →

„musikalischer Verlauf von einer gewissen Dauer, sowohl in der Harmonie wie in der Melodie, der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.