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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Chen Tianhua

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Revolutionärer Vorreiter der Xinhai-Revolution (1911). 1903 ging er als Stipendiat nach Japan zum Studium. 1903-1905 nahm er an diversen Aufständen und revolutionären Bewegungen teil, um China vor weiterer Zerstückelung durch westliche Länder zu bewahren. 1905 beging er den Selbstmord und hinterließ ein bedeutendes Testament, in dem er gegen eine von der japanischen Regierung erlassene Verordnung zur Diskriminierung und Einschränkung chinesischer Studierender protestierte und seine Zeitgenossen zu revolutionären Taten anspornte.

(Der erste Kapitel)

Wann wacht man vom tausendjährigen Traum auf? Wer läutet während des langen Schlafs die Alarmglocke? Das Geräusch des Säbelrasselns und der Geruch von Schießpulver betrüben mich. Wie kann man zusehen, dass das schöne Land an andere verschenkt wird? Gewaltige Flutwellen bedrohen uns. Überall liegen die Leichen und fließt das Blut. Mein Herz ist voller Schmerzen. Die Landsleute hören meinem Klagelied zu. Ach! Ach! Sie kommen! Sie kommen! Wer kommt? Die Ausländer kommen! Die Ausländer kommen! Das ist schrecklich! Das ist schrecklich! Das ist für uns alle schrecklich! Die Alten und Jungen, die Männlichen und Weiblichen, die Edlen und Gemeinen, die Reichen und Armen, die Beamten, die Gelehrten, die Händler und die Handwerker sind ab heute wie das Vieh im Stall und der Fisch im Topf, die von Ausländern beliebig geschlachtet und gekocht werden. Ach! Unser Todestag ist da!

Bitter! Bitter! Bitter! Die von unseren Landsleuten mühsam angesammelten Gelder...

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