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Kinder- und Jugendliteratur der Romania

Impulse für ein neues romanistisches Forschungsfeld

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Ludger Scherer and Roland Ißler

Die Kinder- und Jugendliteratur der romanischen Länder ist, obwohl seit langem international erfolgreich, in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert. Dieser Band, der auf eine Sektion des Romanistentags 2013 zurückgeht, gibt nun Impulse für eine romanistische Kinder- und Jugendliteraturforschung. 20 Beiträge behandeln exemplarisch französische und frankophone, italienische, spanische und lateinamerikanische (auch brasilianische) Werke. Die hier angesprochenen fundamentalen literarhistorischen und theoretischen Fragestellungen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sind zudem interdisziplinär für praxisnahe universitäre und schulische Bildung und Lehre relevant.
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Grundlagen und Forschungsuberblick

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Innerhalb der Hierarchie akademischer Forschungsgegenstände wird – zumindest im deutschsprachigen Raum – die Kinder- und Jugendliteratur (KJL) sicherlich auch heute noch ziemlich niedrig eingestuft. In den Augen vieler Fachkolleginnen und -kollegen handelt es sich um eine Form von Einfach- bzw. Trivialliteratur, wenn ihr nicht überhaupt der Literaturcharakter abgesprochen wird. Viele sehen in ihr ein Erziehungsmittel, für welches die Erziehungswissenschaften zuständig seien. Es sei an dieser Stelle darauf verzichtet, sich mit Auffassungen wie diesen auseinanderzusetzen. Eine andere Einstellung scheint demgegenüber mehr Beachtung zu verdienen. Sie ist überall dort zu finden, wo der KJL eine durchaus literarische Wertschätzung entgegengebracht und diese auch als universitärer Forschungsgegenstand anerkannt wird. Mit dieser Art von Literatur könnten sich allerdings, so heißt es von vielen Seiten, nur Spezialisten befassen; eine normale literaturwissenschaftliche Ausbildung reiche da nicht aus. Mit Argumenten dieser Art wird nur allzu oft das Ansinnen abgewehrt, auch einmal eine Lehrveranstaltung zur – französisch-, englisch- oder deutschsprachigen – KJL anzubieten. Überheblichkeit und Herablassung scheinen abgelöst zu sein durch eine Zurückhaltung aus angeblicher Bescheidenheit.

Der zuletzt genannten Haltung liegt die Annahme zugrunde, dass es sich bei der KJL um eine profund andere Art von Literatur handelt, für deren Behandlung nur Spezialisten zuständig sein könnten. Wie kommt es zu einer solchen – in meinen Augen ganz und gar nicht gerechtfertigten – Einschätzung? Betrachtet man die aktuellen literarischen Handlungssysteme,1 so könnte man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass wir es bei der...

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