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Der politische Diskurs als Gegenstand der linguistischen Analyse am Beispiel der Integrationsdebatte in Deutschland 2006–2010

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Izabela Kujawa

Dieses Buch versteht sich als ein Beitrag zur Diskurslinguistik. Das Ziel des gesamten Vorhabens ist die Analyse des politischen Diskurses aus der linguistischen Perspektive. Die Autorin präsentiert den Diskurs in Bezug auf das breite Bedeutungsspektrum des Begriffs, seine linguistischen Auffassungen und typologischen Differenzierungen. Der erste Teil widmet sich dem Bereich der politischen Kommunikation sowie den linguistischen Traditionen der Diskursforschung, vor allem in der Linguistik aus dem deutschsprachigen Raum. Der zweite Teil stellt die Analyse des Prozesses der Bedeutungs- und Wissenskonstituierung in dem Diskurs dar. Die Analyse berücksichtigt die Rekonstruktion der Bedeutungen sowie die Bedingungen der Entstehung des neuen Wissens, also den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Kontext. Das Ziel der Analyse ist, zu einem diskursiven Weltbild zu gelangen, das hier als die Interpretation der Realität verstanden wird.
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1. Zum Begriff des Diskurses

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Der Begriff Diskurs ist in der Vielzahl von wissenschaftlichen Disziplinen, in der Philosophie, Soziologie, Sozialpsychologie, Linguistik, zu einem derart besonderen Terminus geworden, der im wissenschaftlichen Bereich keine einheitliche und gemeinsame Definition hat. Selbst die Linguistik präsentiert verschiedene Einstellungen zu dem Begriff, den sie unterschiedlich versteht, interpretiert und verwendet. Der Begriff Diskurs ist heutzutage nicht nur im wissenschaftlichen, sondern auch im alltäglichen Gebrauch allgegenwärtig geworden. Wahrscheinlich gehört er zu diesen Begriffen, die über den größten Umfang an möglichen Bedeutungen verfügen, doch gleichzeitig am wenigsten oder nicht genug definiert werden. Es steht aber fest, dass der Diskurs auf dem Weg seiner Evolution zu einem wissenschaftlichen Terminus in der Textlinguistik und inzwischen zu einem bedeutenden Forschungsziel unterschiedlicher wissenschaftlicher Methodologien geworden ist. In der geschichtlichen Vergangenheit des Menschen, in ihrer Kontinuität, in jeder Wissenschaft und Disziplin lassen sich immer gewisse Zäsuren erkennen. Das betrifft auch die Linguistik, die Textlinguistik.

In den 90er Jahren befestigt und betont die Textlinguistik ihren prozessualen und funktionalen Charakter. Die Arbeiten am Text werden empirisch, interdisziplinär und sozial orientiert. Von statischen Betrachtungsweisen des Textes geht man allmählich zu dynamischen Erfassungen, zu ihren prozessualen Aspekten (Gajda 2005: 12). Der Text wird als ein Gegenstand in einer Raumzeit, in einer soziologischen und kulturellen Umgebung betrachtet und mit Rücksicht auf den Kontext, in den er eingebaut wird, untersucht. Die neue Textlinguistik stellt sich inzwischen die Frage: „Quo vadis, Textlinguistik?“ (Antos/Tietz 1997) oder „Brauchen wir einen neuen Textbegriff...

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