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Die Ganztagsschule

Entwicklungsstand, Nutzungspräferenzen und Perspektiven in Mecklenburg-Vorpommern

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Matthias Morten Schöpa

Was für Ganztagsangebote wünschen sich Jugendliche? Erreichen diese Angebote wirklich alle Schüler oder doch nur einzelne Schülergruppen? Wie zufrieden sind sie mit ihnen? Wie wirkt sich die Teilnahme auf die Einstellung zur Schule, zum Unterricht und zu den Lehrkräften aus? Antworten auf diese und weitere aktuelle Fragen zur qualitativen und schülerorientierten Weiterentwicklung von Ganztagsangeboten beantwortet der Autor auf der Grundlage einer umfassenden Analyse der Ergebnisse der ersten Längsschnitterhebung bei Schülern der Jahrgangsstufen 5, 7 und 9 an Ganztagsschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Fokus der Arbeit stehen hierbei Ganztagsschulentwicklung, Nutzungspräferenzen bei Ganztagsangeboten, Unterrichtsentwicklung und individuelle Förderung an Ganztagsschulen.
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1 Zum wissenschaftlichen Anliegen der Publikation

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1. Zum wissenschaftlichen Anliegen der Publikation

1.1 Das deutsche Schulsystem in der Kritik

Die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien, insbesondere die der PISA1-, TIMSS2- und IGLU3-Studien, stellten Wissenschaftler und Schulpraktiker ebenso wie Politiker und Erziehungsberechtigte vor die Frage, inwieweit das bundesdeutsche Schulsystem adäquat auf die in der Bundesrepublik veränderten allgemeingesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen reagiert und diese angemessen in ihrer Entwicklung berücksichtigt hat. Dabei nehmen neben der demografischen Entwicklung, die einerseits durch eine zahlenmäßig abnehmende und andererseits durch eine zugleich alternde Gesellschaft gekennzeichnet ist, und den verschiedenen Formen des partnerschaftlichen Zusammenlebens auch der Strukturwandel zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft, die zunehmende Internationalisierung sowie die finanzielle Situation der öffentlichen Haushalte wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des bundesdeutschen Bildungswesens (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008, S. 15). Vor allem aber stellte sich die Frage, wie es bei den internationalen Vergleichsstudien zu einem solch – im Vergleich zu den anderen OECD-Staaten – schlechten Abschneiden Deutschlands kommen konnte.

Um Erklärungsansätze zu finden, wurden sowohl vergleichende Analysen auf internationaler Ebene, d. h. vorrangig zwischen Deutschland und den anderen OECD-Staaten, als auch auf nationaler Ebene, d. h. zwischen den jeweiligen Bundesländern, genutzt. Der Blick auf die Bildungssysteme der Staaten, die im internationalen Vergleich deutlich bessere Ergebnisse erreichen als Deutschland (vgl. PISA-Konsortium 2007, S. 81, 229, 259), macht deutlich, dass sich in den besten Bildungssystemen in den vergangenen Jahren Wandlungsprozesse und die Entwicklung neuer Steuerungsinstrumente vollzogen sowie Investitionen statt Kürzungen finanzieller Zuwendungen stattgefunden haben, die sich zielgerichtet und...

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