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Sprache und Literatur als Bildungskomponenten

Diskurs, Historie und Empirie

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Ina Karg and Ksenia Kuzminykh

Der kommunikative und publikumswirksame Erfolg großer internationaler Vergleichsstudien zur Bildung hat dazu geführt, dass zunehmend Bildungsdebatten weltweit darauf Bezug nehmen. Hiermit befasst sich die Publikation. Sie versteht Bildung als Kulturmuster und arbeitet mit einem diskurstheoretischen Ansatz. Dadurch gelingt es, die Voraussetzungen, aber auch die Widersprüche im Gegenstandsfeld aufzuspüren und zu beschreiben. Die Arbeit geht der Bedeutung von Sprache und Literatur nach, die in Vergangenheit und Gegenwart in Bildungsaussagen eine vorrangige, aber in verschiedenen Ländern gerade nicht dieselbe Bedeutung haben, und entwirft Alternativen zu vermeintlich selbstverständlichen, bislang angebotenen Programmen und Aufgaben.
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Kapitel I Die Ausgangssituation: Globalisierte Bildung – weltweite literacy

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Es gibt weit verbreitete Begriffe, die diffus erscheinen und sich bislang als undefinierbar erwiesen haben. Dazu gehört der Begriff ‚Diskurs‘, den Teun van Dijk als fuzzy notion (van Dijk 1997, S. 1) bezeichnet hat. Doch trotz dieser fuzziness ist die Arbeit mit dem Diskursbegriff aufschlussreich, da sie Einsichten in Kommunikationszusammenhänge erlaubt, die anders nicht oder doch nicht in dem Maße gelingen. Dies mag weniger überraschend sein, wenn man sich vor Augen führt, dass zwar niemand ‚sagt‘, was ein Diskurs ‚ist‘, aber dennoch dann von ‚Diskursen‘ die Rede ist, wenn es um öffentliche Kommunikation geht. Dabei kann eine Sortierung der Kommunikationzusammenhänge, in denen mit dem Diskursbegriff gearbeitet wird, zunächst in dreierlei Hinsicht erfolgen:5

Es interessieren aktuelle, mitunter plötzlich aufflammende und auch wieder verschwindende Berichterstattungen, Kommentierungen, Bilder, Texte oder Diskussionen zu bestimmten Themen. Hier wird der Diskursbegriff genutzt, um Erkenntnisse über ein thematisch zusammenhängendes Kommunikationsfeld zu gewinnen, das zeitlich einigermaßen klar umrissen werden kann. Die Beobachtung besteht darin, dass häufig ein Initialereignis eine Serie von mündlichen und schriftlichen Kommunikaten hervorruft, die implizit oder explizit aufeinander Bezug nehmen. Ein ‚Diskurs‘ in diesem Sinne kann demnach auch wieder verebben, wenn das gesellschaftliche Interesse am Thema sinkt. Gerade deshalb ist seine Betrachtung aufschlussreich für das, was zu einer bestimmten Zeit eine Kommunikationsgemeinschaft bewegt. Die in Deutschland, aber auch in anderen Ländern durch die Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudie PISA von 2000 und alle Folgestudien bzw. Studien mit ähnlicher Zielsetzung hervorgerufene...

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