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Sprache und Literatur als Bildungskomponenten

Diskurs, Historie und Empirie

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Ina Karg and Ksenia Kuzminykh

Der kommunikative und publikumswirksame Erfolg großer internationaler Vergleichsstudien zur Bildung hat dazu geführt, dass zunehmend Bildungsdebatten weltweit darauf Bezug nehmen. Hiermit befasst sich die Publikation. Sie versteht Bildung als Kulturmuster und arbeitet mit einem diskurstheoretischen Ansatz. Dadurch gelingt es, die Voraussetzungen, aber auch die Widersprüche im Gegenstandsfeld aufzuspüren und zu beschreiben. Die Arbeit geht der Bedeutung von Sprache und Literatur nach, die in Vergangenheit und Gegenwart in Bildungsaussagen eine vorrangige, aber in verschiedenen Ländern gerade nicht dieselbe Bedeutung haben, und entwirft Alternativen zu vermeintlich selbstverständlichen, bislang angebotenen Programmen und Aufgaben.
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Kapitel IV Amerika – Country of origin. Standardisierte Tests und (literacy) education

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Die ersten Einrichtungen organisierter Bildung in der so genannten ‚Neuen Welt‘ waren mit Sicherheit andere als die in Großbritannien oder in Deutschland, und die Situation der Anfänge des Bildungswesens ist in Amerika mit der in Westeuropa nicht zu vergleichen. Vor allem ist sie zeitlich anders anzusetzen. Denn aus unmittelbar einsichtigen historischen Gründen gab es keine dem europäischen Mittelalter vergleichbaren Kloster- und Kathedralschulen, die die Vorbereitung junger Männer auf ein Studium der Theologie und anschließendes geistliches Amt übernahmen. Im gegenwärtigen amerikanischen Bildungswesen können daher keine Schulen ihre Tradition auf mittelalterliche Gründungen zurückführen. Doch haben der koloniale Status der einstigen Neu-England-Staaten sowie generell der Kontakt mit der europäischen Kultur zu Bildungsprogrammen und Bildungseinrichtungen geführt, die sich in einem Spannungsfeld zwischen Übernahme und Abgrenzung von europäischen Traditionen bewegen. Einerseits finden sich daher geradezu Kopien europäischer Modelle, andererseits führten und führen die gesellschaftlichen, weltanschaulichen, kulturellen und geographischen Bedingungen Nordamerikas teils absichtsvoll, teils notgedrungen zur etwas Neuem und Eigenständigem: Die amerikanische high school beispielsweise ist zwar eine ‚Schule‘, sie ist jedoch zugleich ein symbolhaft aufgeladenes Kulturphänomen.

Dass europäische Siedler, wo immer in der Welt sie sich niedergelassen haben, ihrer jungen Generation das vermitteln wollten, was ihnen selbst für eine Lebensführung wichtig war, ist einsichtig und Grund dafür, dass sie nicht nur ihre Kinder, sondern auch ihre Lehrer mitnahmen. In der neuen Welt Amerikas waren die Ankömmlinge jedoch bekanntlich nicht...

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