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Sprache und Literatur als Bildungskomponenten

Diskurs, Historie und Empirie

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Ina Karg and Ksenia Kuzminykh

Der kommunikative und publikumswirksame Erfolg großer internationaler Vergleichsstudien zur Bildung hat dazu geführt, dass zunehmend Bildungsdebatten weltweit darauf Bezug nehmen. Hiermit befasst sich die Publikation. Sie versteht Bildung als Kulturmuster und arbeitet mit einem diskurstheoretischen Ansatz. Dadurch gelingt es, die Voraussetzungen, aber auch die Widersprüche im Gegenstandsfeld aufzuspüren und zu beschreiben. Die Arbeit geht der Bedeutung von Sprache und Literatur nach, die in Vergangenheit und Gegenwart in Bildungsaussagen eine vorrangige, aber in verschiedenen Ländern gerade nicht dieselbe Bedeutung haben, und entwirft Alternativen zu vermeintlich selbstverständlichen, bislang angebotenen Programmen und Aufgaben.
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Kapitel VI Warum man noch etwas über Mädchen sagen muss

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Der Bildungsdiskurs in den vier in den Blick genommenen Ländern ist gegenwärtig von denselben Ereignissen stark beeinflusst, wenn nicht sogar geprägt. Die Arbeit der OECD überformt nationale Bildungstraditionen und Bildungsentscheidungen, auch dort, wo standardisierte Tests seit langer Zeit ein Steuerungsinstrument für den Bildungsbereich waren, etwa in den USA. In unterschiedlicher Weise zeichnen sich allerdings auch Strömungen ab, die der jeweils eigenen Vergangenheit verpflichtet sind oder die eine Wendung bisher verfolgter Linien darstellen. Dennoch kann festgestellt werden, dass sich immer wieder ein Argumentationsmuster zeigt, das Bildungsentscheidungen aus den Befunden internationaler Vergleichsstudien bzw. der Anschlusskommunikation darüber ableitet.

Aus dieser Perspektive ist es interessant, sich einen Befund vorzunehmen, auf den immer wieder verwiesen wird, der aber letzten Endes im Zusammenhang des weltweiten Bildungsdiskurses zu Widersprüchen führt, die bislang nicht aufgelöst werden konnten.

Zum einen werden die Befunde in weltweiten literacy -Tests als Prognosen für künftigen wirtschaftlichen Erfolg eines Landes genommen. Eine Korrelation zwischen GNP und Testergebnissen besteht gegenwärtig jedoch nicht und ein ökonomischer Niedergang ist für bestimmte Länder auch nicht zu erwarten (vgl. dazu Kapitel I). Zum anderen wird Lesen als die Basiskompetenz für die Chancen eines einzelnen Menschen verstanden, ein erfolgreiches Leben zu führen. Wenn dem so wäre, dann müsste weltweit die weibliche Bevölkerung wirtschaftlich erheblich erfolgreicher sein als die männliche. Denn es wird in der Tendenz in allen Lesestudien konstatiert:

 

In PISA 2009...

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