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Die Eingemeindungen in die Stadt Kiel (1869–1970)

Gründe, Probleme und Kontroversen

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Julian Freche

Die Untersuchung der Eingemeindungen Kiels hat zwei wichtige Ziele. Zum einen wird eine Gesamtübersicht aller Eingemeindungen in die Stadt erstellt. Zum anderen wird die Stadt mit anderen Teilen Deutschlands verglichen, um aufzuzeigen, ob die Entwicklung Kiels typisch war. Zuerst wird in einer Übersicht die Eingemeindungspolitik in Deutschland im Verlauf von zwei Jahrhunderten kurz dargestellt. Anschließend erfolgt erstmalig die Darstellung aller Eingemeindungen in chronologischer Reihenfolge. Die wichtigsten Quellen sind dem Stadtarchiv Kiel entnommen, anhand derer die Entscheidungsprozesse der Verwaltung und der politischen Entscheidungsträger umfassend untersucht werden. Die Arbeit stellt die These auf, dass Kiel den typischen Verlauf von Eingemeindungen in Deutschland aufweist.
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3 Vom Beginn des Stadtwachstums bis zur Eingemeindung von Gaarden-Ost

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Wie bereits in der Einleitung dargestellt, wuchs die Stadt Kiel durch die Verlegung des Bundes- bzw. Reichskriegshafens von Danzig an die Förde ab den späten 1860er Jahren stark an.36 Bereits 1869 wurde die erste Eingemeindung durchgeführt, in den folgenden Jahren folgten verschiedene kleinere territoriale Erweiterungen der Stadt.37 Nach der Jahrhundertwende begann die letzte Phase des Kaiserreichs, in der die meisten Eingemeindungen zu verzeichnen waren. Dennoch gehört auch Gaarden-Ost, das 1901 eingemeindet wurde, in dieses Kapitel, da die Verhandlungen bereits in den späten 1880er Jahren begonnen hatten und die Eingemeindung dem 19. Jahrhundert zugerechnet werden kann.

3.1 Brunswik und Düsternbrook

Nördlich der Altstadt, vom Dänischen Tor an, erstreckte sich entlang der Brunswiker Straße nach Norden das Dorf Brunswik.38 Vom 13. bis zum 19. Jahrhundert hatte sich das Dorf kaum verändert, erst durch das Wachstum Kiels wurde auch Brunswik zunehmend umgestaltet. Zahlreiche Grundstücke wurden an Kieler verkauft und bebaut, so dass eine vorstädtische Bebauung entstand. Düsternbrook39, das Gebiet zwischen der Altstadt und der Wik entlang der Kieler Förde, wurde zunehmend durch Sommerhäuser und Ausflugslokale bestimmt, die hier errichtet wurden, weil das Gebiet zu den beliebten Ausflugszielen der Kieler Bürger gehörte. Noch bevor durch die Ansiedlung der Marine und der Werften das Wachstum der Stadt stark zunahm, wurden beide Gebiete 1869 nach Kiel eingemeindet. In der Folgezeit verschwanden die dörfliche Bebauung und das Straßennetz vollständig. Brunswik und...

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