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Die Gefäßchirurgie im Ersten Weltkrieg

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Sabine Eckhardt

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte man sich mit allen heute gängigen Methoden der Gefäßchirurgie auseinandergesetzt und in diesem Bereich der Chirurgie binnen weniger Jahre wichtige Erkenntnisse gewonnen. Gemäß der oftmals aufgestellten These, ein Krieg bringe für die Medizin, speziell die Chirurgie, Fortschritte, bot sich den Medizinern mit Beginn des Ersten Weltkrieges die Gelegenheit, dieses Wissen zu festigen und zu erweitern. Zeitgenössische Berichte damals tätiger Kriegschirurgen stellen jedoch deutlich die widrigen Bedingungen an der Front dar, die es nahezu unmöglich machten, die bisherigen Erkenntnisse erfolgreich umzusetzen, geschweige denn Fortschritte in diesem komplexen Bereich der Chirurgie zu erzielen.
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7. Exkurs zur Münchener Medizinischen Wochenschrift

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Um die vorliegenden analysierten Quellen und ihre Bedeutung kritisch und zutreffend einordnen zu können, ist eine genauere Betrachtung der Münchener Medizinischen Wochenschrift und ihres Stellenwertes in der ärztlichen Gesellschaft während der Zeit des Ersten Weltkrieges wichtig.

Die Erstauflage der Münchener Medizinischen Wochenschrift erschien am 7. Januar 1854. Anschließend profilierte sich das Periodikum vor allem im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zunehmend als wissenschaftliche Fachzeitschrift, in der zahlreiche bedeutende Autoren aus der deutschen und internationalen Medizin ihre Arbeiten publizierten – unter anderem Rudolf Virchow oder Johann Nepomuk von Nussbaum. Sie wurde von dem Verlag Julius Friedrich Lehmanns herausgegeben, der damals der bedeutendste Fachverlag für Medizin war und seit dem Ersten Weltkrieg zunehmend auch wehrwissenschaftliche sowie rassenkundliche und rassenhygienische Schriften veröffentlichte. Bis 1914 erschienen im Verlag zahlreiche Schriften des Alldeutschen Verbandes286, und während des Krieges verbreitete er teilweise entgegen den Zensurbestimmungen die Schriften der so genannten Kriegsziel- und Kanzlersturzbewegung.287

Die Münchener Medizinische Wochenschrift ist als Quelle für die gegenwärtige Fragestellung geeignet, da sie mit Kriegsbeginn unter anderem die „Feldärztliche Beilage“ herausbrachte, die ab August 1914 gedruckt wurde und während des Ersten Weltkrieges regelmäßig erschien.

Alle kriegsmedizinisch relevanten Artikel wurden darin abgedruckt. Die Ärzte sollten auch an der Front immer auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht werden, denn „[gerade] der Krieg [war] eine Zeit erhöhter Ausbeute an wissenschaftlicher ← 183 | 184 →Erkenntnis und praktischer Erfahrung.“288 Ob die Ärzte an der Front tats...

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