Show Less
Restricted access

Nachhaltiger Tourismus in Subsahara-Afrika

Anspruch und Wirklichkeit eines neuen Konzepts zur Armutsminderung- Das Beispiel Namibia

Series:

Nico Beckert

Viele Länder Subsahara-Afrikas verfügen über große Tourismuspotenziale. Doch können sie zur Entwicklung und Armutsminderung beitragen? Ein neuer Entwicklungsansatz verfolgt dieses Ziel. Dabei soll die ländliche Bevölkerung aktiv zum Naturschutz beitragen. Im Austausch erhält sie Nutzungsrechte und soll befähigt werden, die Tourismuspotenziale wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Autor untersucht die vielschichtigen Rahmenbedingungen und Problemfaktoren dieses Ansatzes in Namibia. Er deckt die unterschiedlichen Interessenslagen maßgeblicher Akteure auf und belegt, wie sie dem Erfolg des Programms im Wege stehen. Anhand dieser Analyse zeigt er praktikable Handlungsoptionen zur Überwindung problematischer Aspekte auf.
Show Summary Details
Restricted access

Nachhaltiger Tourismus: Ein Ansatz zur Überwindung historischer Ungleichheiten?

Extract



Namibia – Späte Unabhängigkeit, neue Chancen

Als Namibia 1990 die Unabhängigkeit erlangte, stand das Land vor großen Herausforderungen. Über 100 Jahre Fremdbestimmung und über 20 Jahre bewaffneter Unabhängigkeitskampf hinterließen ihre Spuren. Die nicht-weißen Namibier konnten sich in der Regel nicht frei im Land bewegen, und soziale und wirtschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten waren ihnen verschlossen.

Die Rassentrennung schlug sich auch in Enteignungen nieder. Weite Flächen bewohnten Landes wurden weißen Farmern überschrieben. Dadurch wurde ein Großteil der schwarzen ländlichen Bevölkerung von ihrem Land vertrieben und musste sich größtenteils auf einem kleinen Streifen Land (circa 2 Millionen Hektar) im nördlichen Namibia neu ansiedeln2. Dieses Land war weniger fruchtbar als ihre angestammten Gebiete. Darüber hinaus war es viel zu klein, um neben den bereits dort Lebenden auch noch die große Anzahl der Vertriebenen zu ernähren. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Bevölkerung wurden zudem durch künstliche Grenzen weiter eingeschränkt. So durften sie ihr Vieh nicht über eine bestimmte Grenze3 Richtung Süden treiben. Damit war der Zugang zu Märkten verschlossen. Eine weitere Folge der Fremdbestimmung war, dass traditionelle Tätigkeiten zur Selbstversorgung, Jagen, Fischen und das Sammeln von Feuerholz, verboten wurden. Die ländliche Bevölkerung musste sich dementsprechend in den kargen Verhältnissen einrichten. Konkret hieß das: Entweder sie schlugen sich als Subsistenzversorger durch, was durch das Jagdverbot zusätzlich erschwert war, oder die Männer verließen ihre...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.