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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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2 Theoretischer Rahmen und Forschungsbezug

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2Theoretischer Rahmen und Forschungsbezug

Diese Arbeit hat primär einen linguistischen Fokus mit dem Ziel, systematisch ein bestimmtes kommunikatives Verfahren in Gesprächen einer Jugendgruppe zu beschreiben, zu konzeptualisieren und seine diskursiven und sozialen Funktionen in der Gruppenkommunikation darzustellen. Im Fokus der Untersuchung stehen Gespräche, in welchen sich Jugendliche durch einen sehr gezielten Umgang mit sprachlicher Variabilität in ihrem sozialen Umfeld positionieren. Dadurch knüpft die Arbeit an verschiedene Teilgebiete der Angewandten Linguistik an, die sich mit Fragen und Problemen an der Schnittstelle zwischen Sprache und Gesellschaft und dem Umgang mit sprachlicher Variation im intra- und interkulturellen Bereich auseinandersetzen und nicht zuletzt auch mit sprachlicher Variation als Ausdruck von kommunikativer Kompetenz. Nach Perrin (2006: 29) zeichnet sich die Angewandte Linguistik dadurch aus, dass sie problemorientiert, also in konkreten Anwendungsfeldern arbeitet: „Angewandte Linguistik: disziplinäre Variante der Linguistik, die linguistische Theorien, Methoden und Erkenntnisse anwendet, um Probleme des Sprachgebrauchs in bestimmten Anwendungsfeldern zu klären.“

Das folgende Kapitel soll aufzeigen, welche theoretischen Ansätze, Konzepte und Forschungsbereiche der Arbeit zugrunde liegen und welche Desiderate sich aus diesen für die Arbeit ableiten lassen. Die theoretischen Grundpfeiler bilden dabei einerseits die Ethnographie der Kommunikation und die Erforschung von Variation als stilistischem Phänomen im Allgemeinen. Andererseits werden Bezüge hergestellt zum Gebiet der Erforschung jugendlicher Sprechweisen, denen sich diese Untersuchung ebenfalls anschliessen lässt. Insbesondere werden Studien erläutert, die sich im Bereich der Soziologie und der Untersuchung jugendlicher Sprechweisen bereits mit dem Konzept Bricolage auseinandergesetzt...

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