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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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4 Ethnographie der Kommunikation für die Nidwaldner Jungengruppe

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4Ethnographie der Kommunikation für die Nidwaldner Jungengruppe

Bricolage verstanden als Stilbastelei spielt sich auf allen Ebenen des Sprachsystems ab: Sprachliche Merkmale werden zu etwas Neuem kombiniert, sodass etwas bislang nicht Gesagtes entsteht. Elemente werden de- und rekontextualisiert und damit werden Kontraste gebildet. Um solche Kontrastbildungen und die damit verbundene soziale Bedeutung des Verfahrens erfassen zu können, ist es notwendig, die den Gesprächsteilnehmer zur Verfügung stehenden (sprachlichen) Ressourcen und deren soziale Bedeutung im entsprechenden Netzwerk zu kennen. Blom und Gumperz beschreiben dies auch für das Verfahren des metaphorischen Code-Switching (1972: 434): „the investigator must have some background knowledge of the local culture and of the processes which generate social meaning. Without this it is impossible to generalize about the social implication of dialect differences“ (vgl. auch Bausch 1994: 451).

Der Pool an möglichen Ressourcen für stilistische Variation in der Kommunikation ist nahezu unerschöpflich (vgl. Kallmeyer/Keim 2003: 40 f.). Im Folgenden wird das Augenmerk insbesondere auf jene Ressourcen gelegt, welche für das Verständnis der anschliessenden Beispiele und Erläuterungen zum Bricolage-Konzept im betrachteten Netzwerk von Belang sind. Sie stellen jedoch keine abschliessende Darstellung der für die Gruppe zentralen Ressourcen dar. Zudem stellt sich auch die Frage, ob und inwiefern resp. welche der betrachteten Phänomene, also der Elemente und ihrer Kombinationen, als Jugendsprache bezeichnet werden können.

In diesem Kapitel wird in einem ersten Teil das soziale Umfeld der betrachteten Jugendlichen auf der Makro-, Meso-...

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