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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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8 Fazit und Ausblick

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8Fazit und Ausblick

Das Kapitel schliesst an die eingangs formulierten Annäherungstheoreme an (vgl. Kp. 2.1.7, Kp. 2.3.5 und Kp. 3.6) und diskutiert, inwiefern sich das Konzept Bricolage als typisches Genre für jugendliches Sprechverhalten ausweist und inwiefern es sich für die Erfassung und den Vergleich variationslinguistischer Phänomene eignet. Zudem werden offen gebliebene Desiderate und Transfermöglichkeiten aufgezeigt.

8.1Bricolage als typisch „jugendliches“ Genre?

Wie in Kapitel 7.2 herausgearbeitet wurde, gibt es zahlreiche Studien im Bereich der Jugendsprachforschung, die anhand verschiedener Konzepte und Zugänge die gleichen oder ähnliche kommunikative Praktiken und Muster im Sprechverhalten von Jugendlichen festhalten, wie sie hier unter dem Konzept der Bricolage erfasst wurden. Im Folgenden soll nun auf der Basis der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit dafür argumentiert werden, dass es sich bei Bricolage um ein typisch „jugendliches“ Verfahrensmuster resp. Genre handelt. Bricolagen tauchen zwar auch in anderen sprachlichen Kontexten wie der Werbung oder Comedy-Sendungen auf und in Gesprächen Erwachsener. Anhand von vier Erklärungshypothesen (vgl. Gumperz (1994: 621) soll jedoch verdeutlicht werden, warum davon ausgegangen wird, dass Bricolagen für jugendliches Sprechverhalten typisch sind. Einige kritische Relativierungen folgen im Anschluss daran.

I.Es konnte aufgezeigt werden, dass die Jugendlichen in ihrem Sprechverhalten bereits über die Anwendung des kommunikativen Genres der Bricolage Ähnlichkeiten mit anderen Jugendlichen aufweisen. Zudem entstehen durch die Anwendung des Verfahrensmusters auch verfestigte Begriffe, Formeln und Stile, die zwar in ihrer Ausprägung gruppenspezifisch sind, jedoch von der Art und der Funktion her...

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