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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Auch eine Dialektik der Aufklärung. Drei Figuren des Einspruchs. Ein Telegramm an und für Helmut Reinalter: Wolfgang Müller-Funk

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Auch eine Dialektik der Aufklärung. Drei Figuren des Einspruchs. Ein Telegramm an und für Helmut Reinalter

Wolfgang Müller-Funk

Die Aufklärung schätzt den Charakter der neuen Zeit falsch ein und konzipiert diese nach dem Modell der alten Welt als einen geschlossenen Kosmos mit Anfang und Ende, Einheit und Ganzheit, Sinn und Ziel. Das zwiespältige Verhältnis unserer Gegenwart zur historischen Aufklärung erklärt sich v.a. aus diesem Spannungsverhältnis zwischen Modernisierung und Aufklärungsprojekt. Das Projekt der Aufklärung lässt sich zwar innerhalb der Modernisierung immer wieder beginnen, ob es aber abgeschlossen werden kann, ist mehr als fraglich. (Helmut Reinalter)1

Der Terminus von der Dialektik der Aufklärung ist besetzt durch den Titel eines berühmten Buches, in dem Dialektik (und mit ihr die Aufklärung) eine negative Bedeutung erhält, im Sinne der Umkehrung, des Umschlags in ihr Gegenteil.2 Aber es ist auch eine andere Bedeutung einer solchen Dialektik denkbar, nämlich jene, dass die Aufklärung als kritische Verfahrensweise auf diese selbst angewandt wird, und zwar mit der ihr eigenen Systemlogik. Die Aufklärung kann nämlich nicht vor sich selbst Halt machen, sie treibt sich durch Selbstwiderspruch voran.

Drei solche Figuren einer solchen Dialektik der Aufklärung möchte ich im Kontext eines Buches, das einen namhaften Philosophen und Ideen- bzw. Sozialhistoriker der Aufklärung des 18. Jahrhunderts ehrt, vorführen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie sich auf das Andere der...

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