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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Edited By Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Digital Humanities Latento: Sentenzenkommentare zu geisteswissenschaftlichen Konvolutionen: Josef Wallmannsberger

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Digital Humanities Latento: Sentenzenkommentare zu geisteswissenschaftlichen Konvolutionen

Josef Wallmannsberger

1.Einleitung

In der Epoche nach dem Exorzismus des Geistes neigen die zur Nachlassverwaltung berufenen Wissenschaften zur Offenheit und Sympathie mit Geistern, die in den globalisierten Netzen gewiss nicht mehr nur in Europa umgehen. Eine derart spektral angelegte Konfiguration entwickelt sich gegenwärtig dynamisch in dem Projekt einer disziplinär-alchemischen Melange von Humaniora und Informatica, ein offenbar intellektuell und institutionell so wirbelnd bewegliches Ziel, daß für terminologische Koordinaten nur mehr die lingua franca der Avionik in Betracht kommt, also: Digital Humanities, nicht nur in Stanford und Toronto, sondern auch in Berlin und Paris (letzteres beseitig nun auch den letzten Zweifel, daß es sich hier um Phänomene mit metaphysisch-astraler Tendenz handeln muß.)

In den folgenden Experimenten aus einem diskurskritischen Labor soll nicht direkt das in der Tat weite Spektrum an epistemologischen, methodologischen und modelltheoretischen Problematiken thematisiert werden, das sich mit den Geisteswissenschaften im Zeitalter ihrer informatischen Organisierbarkeit verbindet, sondern der Fokus soll hier auf programmatischen Manifestationen liegen, die aktuell den Versuch unternehmen, ein strategisches und ideologisch-rhetorisches Paradigma zu etablieren. Die einzusetzenden Instrumente können eine gewisse paläophilologische Dignität für sich in Anspruch nehmen, handelt es sich dem Grunde nach doch um eine an Möbiusbändern neu vermessene Form der Sentenzenkommentare, mit denen die kanonisierend auftretenden Texteme kommentiert, elaboriert und twistfiziert werden sollen. Das „Manifeste“ und das „Manifesto“ zu den Digital Humanities werden mit einem Latento angereichert, das sich nicht...

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