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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Edited By Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Von Sonnenfels zu Metternich/zu Gentz?: Die Bewertung der Französischen Revolution zwischen Spätaufklärung und Restauration: die Habsburgmonarchie, 1790–1830: Franz Leander Fillafer

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Von Sonnenfels zu Metternich/zu Gentz?

Die Bewertung der Französischen Revolution zwischen Spätaufklärung und Restauration: die Habsburgmonarchie, 1790–1830

Franz Leander Fillafer

Die Bedeutung der Französischen Revolution für die Transformation der Spätaufklärung kann man kaum überschätzen. Das zeigen Joseph von Sonnenfels’ Betrachtungen über die Revolution. In den 1790er Jahren gerieten die Aufklärer in den Verdacht revolutionärer Gesinnungen. Sie begannen unter einem Zwang der Selbstrechtfertigung zu stehen. So entstand ein Sog, dem sich die Aufklärer nicht entziehen konnten. Der Kontext dieser Entwicklung ist, vor allem dank den Arbeiten des Jubilars Helmut Reinalter sehr gut bekannt1. Zur antirevolutionären Publizistik Leopold Alois Hoffmanns, Lorenz L. Haschkas und Franz Xaver Hofstätters sind auch einige Beiträge erschienen. Dass Reinalter mit seinen Forschungen über die Jakobiner viel Instinkt und Gespür bewiesen hat, zeigt sich daran, dass jüngst wieder neue Aspekte dieses vermeintlich erschöpfend behandelten Problems aufgetaucht sind, besonders die Geschichte der mährischen Absolventen des Olmützer Generalseminars und ihren Sympathien für die französische Republik, die Daniela Tinková vorzüglich herausgearbeitet hat2. Die Radikalität dieser habsburgischen Sympathisanten der Französischen Revolution aus politischen Gründen im 20. Jahrhundert oftmals überschätzt, das zeigen die nüchternen und ausgewogenen Einschätzungen, die jüngst in einem wichtigen Dokumentationsband zur Jakobinerforschung gesammelt wurden3. ← 115 | 116 →

Die gemäßigten Aufklärer wurden, was ihre Reaktion auf die Französische Revolution angeht, bisher...

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