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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Edited By Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Starcks Bibliothek. Für eine realistische Ideengeschichte: Claus Oberhauser

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Starcks Bibliothek. Für eine realistische Ideengeschichte.

Claus Oberhauser

Johann August Starck (1741–1816) ist eine Schlüsselfigur der Auseinandersetzungen mit der Französischen Revolution und dem Aufkommen einer freimaurerisch-illuminatischen Verschwörungstheorie im deutschsprachigen Raum. Jedoch war Starck vielmehr als nur Verschwörungstheoretiker. Seine Studien über orientalische Sprachen, sein textanalytischer Zugriff auf die Bibel, seine Suche nach der für ihn „wahren“ Freimaurerei1 machen ihn zum „Leitfossil“2 im Sinne Blumenbergs unserer kleinen Untersuchung. Ein Leitfossil auch deshalb, weil Starck ein Akteur der Transformationszeit des 18. Jahrhunderts war, ein Hybrid aus Aufklärung und Romantik, der nicht in die Norm hineinpasste und somit in mehreren Zeitschichten Überreste hinterließ.

Zuerst zu den biographischen Eckdaten: Eine Biographie über Johann August Starck zu schreiben, war lange Zeit ein Desiderat der Forschung. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass über Starck aufgrund von publizistischen und freimaurerischen Kämpfen viele unterschiedliche Anschauungen kursieren.3 Es lässt ← 151 | 152 → sich auch nicht mit Bestimmtheit sagen, wo Starck sich in seinen jungen Jahren auf der Suche nach der „wahren“ Freimaurerei herumgetrieben hat: Starck wurde am 28. Oktober 1741 in Schwerin geboren. Er studierte von 1760–1763 orientalische Sprachen vor allem bei Johann David Michaelis (1717–1791). Nicht nur gehörte dieser berühmte Orientalist zu Starcks ersten Förderern, sondern auch Anton Friedrich Büsching (1724–1793), der Starck bestärkte, ihm als Lehrer für orientalische Sprachen und frühe römische Geschichte an die Peterschule nach Russland zu...

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