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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Edited By Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Parrhesia und demokratische Partizipation Michel Foucaults Spätwerk als politische Philosophie: Hans-Martin Schönherr-Mann

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Parrhesia und demokratische Partizipation Michel Foucaults Spätwerk als politische Philosophie

Hans-Martin Schönherr-Mann

Michel Foucault gilt nicht gerade als einschlägig für die politische Philosophie. Das liegt mindestens an zwei Gründen. Erstens wurde Foucault mit sozialpsychologischen und epistemologischen Studien bekannt, die seiner Machtanalytik der siebziger Jahre zugrunde liegen und die in der Tradition der neueren politischen Philosophie keine Rolle spielen – man denke an Hobbes, Locke, Carl Schmitt, Leo Strauss und John Rawls. Zweitens stößt er gerade in der, auch die universitäre politische Theorie dominierenden analytischen Philosophie auf massive Vorbehalte, da Foucault deren Orientierung an der Vernunft nicht teilt. Foucault bezweifelt nicht nur, dass Vernunft durchgängig positive Effekte nach sich zieht. Im Anschluss an Nietzsche erscheint ihm ihre Herkunft gar in der Unvernunft zu liegen, was sie nicht etwa hinter sich lässt, was sie vielmehr weiter mit sich herumschleppt.

Wenn man das Verständnis von politischer Philosophie indes etwas weiter fasst, eben gerade epistemologischer und sozialpsychologischer – wofür man eine Reihe gleichfalls einschlägiger politischer Denker als Kronzeugen benennen könnte: Platon, Augustin, Machiavelli, Rousseau, Hannah Arendt, Charles Taylor – dann gehört allerdings bereits Foucaults Machtanalytik zur politischen Philosophie. Macht schöpft die Körper durch bestimmte Disziplinartechniken, die dadurch ihrerseits in diese Macht eingehen, sie entfalten und zwar auf der mikrologischen Ebene. Letztere hat die politische Philosophie mit ihrem Blick auf Staatsstrukturen wie Gewaltenteilungslehren und Legitimationsverfahren wie Vertragstheorien weitgehend übergangen. Doch der wissenschaftliche Trend seit Jahrzehnten zu...

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