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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Michail Bachtins Genrekonzept

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Der Begriff des Sprachgenres

In seinen theoretischen und analytischen Überlegungen hat Bachtin der Kategorie Gattung29 viel Platz eingeräumt. Für die textwissenschaftlich orientierten Forschungsrichtungen der modernen Linguistik hat sich die vom Autor der Probleme der Poetik Dostoevskijs entwickelte interdisziplinäre und äußerst breit gefasste Interpretation der Gattung und Textsorte als besonders attraktiv erwiesen (Ergebnisse ihrer Anwendung vgl. z. B. in russischen Abhandlungen: Гoльдин, Hrsg., 1997, 1999, 2002; Гиндин 1988; Дементьев 2000). Dass der Textsorte der Status einer interdisziplinären Kategorie zugeteilt wurde, ist dem Umstand zu verdanken, dass die textgattungstheoretischen Grenzen überschritten wurden und dass das Untersuchungsspektrum innerhalb der Textsortenforschung auf den Sprachgebrauch allgemein ausgedehnt wurde:

Zu den Sprachgenres müssen wir kurze Repliken des Alltagsdialogs zählen (dazu gibt es eine große Vielfalt von Alltagsdialogen, je nach Thema, Gesprächssituation, Gesprächsteilnehmern), die Alltagsgeschichte, den Brief (in all seinen unterschiedlichen Formen), den kurzen militärischen Standardbefehl, die ausführliche und detaillierte Anweisung, das umfangreiche Repertoire von Dienstunterlagen (in den meisten Fällen standardisiert), die vielgestaltige Welt der Publizistik (im breiten Sinn des Wortes: gesellschaftlich, politisch); doch hier haben auch die unterschiedlichen Formen wissenschaftlicher Ausdrucksweise ihren Platz ebenso wie alle literarischen Genres (vom Sprichwort bis zum mehrbändigen Roman). (Bachtin 1979: 237f.) ← 39 | 40 →

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