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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Ludwig Wittgensteins Sprachspiele und Familienähnlichkeiten

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Dem Begriff Textsorte kommt– im Sinne von Bachtin – der von Wittgenstein (2000) geprägte Begriff Sprachspiel nahe. Als Sprachspiel bezeichnet der Philosoph „das Ganze, das aus der Sprache und Tätigkeiten, mit denen sie verwoben ist, besteht“42. Ähnlich wie Bachtin seine Sprachgenres, fasste Wittgenstein Sprachspiele als eine offene Menge auf, die sich leicht erweitern und verändern lässt. (Bemerkenswert ist, dass beiden Autoren die Bemerkung gemeinsam ist, dass, wenn die einen Sprachgenres bzw. Sprachspiele verschwinden, andere an ihrer Stelle auftauchen.

[…] Und diese Mannigfaltigkeit [von Sprachspielen – B. W.] ist nichts Festes, ein für allemal Gegebenes, sondern neue Typen der Sprache, neue Sprachspiele, wie wir sagen können, entstehen und andere veralten und werden vergessen. (Wittgenstein 1977: § 23)

Dabei ist bemerkenswert, dass Wittgenstein, ähnlich wie Bachtin, die Relativität der Regeln, denen die Sprachspiele folgen, betont. Der Philosoph verbindet, vielleicht sogar in einem größeren Ausmaß als der Autor der Theorie des Sprachgenres, die Veränderbarkeit von Sprachspielen mit ihrer Gebundenheit an Subjekte. Der Autor der Philosophischen Untersuchungen vertritt den Standpunkt, dass die Teilnehmer der Sprachspiele die Spielregeln selbst festlegen und auch das Recht haben, diese nach ihren eigenen Zielen zu wechseln. (Wittgenstein 1977: § 83)

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