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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Zum Prototypen-Konzept in der modernen Linguistik und zur Prototypenrolle beim Definieren von Begriffskategorien

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Zwei Kategorisierungsmodelle: das „klassische“ Modell und das „prototypische“ Modell

Die Erkundung der uns umgebenden Welt – ihre Erfassung als ein umfassendes Kontinuum – vollzieht sich mit Hilfe von Begriffskategorien44, die eine Art differenzierendes Netz bilden, das uns die Wirklichkeit als ein aus separaten Elementen bestehendes Bild zu erfassen erlaubt, von denen jedes einen Namen trägt. Der Schöpfer des Begriffs Kategorie war Aristoteles, für den Kategorien Prädikatstypen waren, mit deren Hilfe sich Aussagen über Gegenstände machen ließen. Die Welt ließ sich nach Aristoteles in zehn Kategorien einteilen: Substanz, Quantität, Qualität, Relation, Standort, Zeitpunkt, Lage, Akte, Zustände, Empfindungen45 (vgl. Grzegorczykowa 1996: 13). Die Grundfrage zur Kategorie ist die nach ihrem subjektiven bzw. objektiven Charakter. Die Frage kann wie folgt formuliert werden: Existieren Kategorien (Erscheinungsklassen) in der Welt unabhängig vom menschlichen Erkennen und Benennen (objektiv)? oder sind sie Gebilde des menschlichen Verstandes, der dem Menschen die Perzeption der Welt durch die Verknüpfung verschiedener Sinnesdaten ermöglicht (also subjektiv)? Die Frage versuchen zurzeit nicht nur Philosophen, sondern auch Sprachwissenschaftler zu beantworten. Gemeinsam ist allen die Überzeugung, dass die Kategorien nicht objektiv (also autonom, unabhängig vom menschlichen Verstand) existieren, in dem Sinne, dass sie und die Sprache sich nicht exakt voneinander trennen lassen. Wenn ein Mensch die Welt erkundet, kategorisiert und interpretiert46 er sie mit Hilfe der Sprache. Hierauf lässt sich auch das Phänomen zurückführen, dass die eine Wirklichkeit in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich interpretiert wird. ← 71 | 72...

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