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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Komplexität als grundlegende Determinante der Textsortenstruktur

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Bei der Erörterung der von Bachtin geprägten Einteilung in primäre und sekundäre Genres im ersten Teil des vorliegenden Buches habe ich schon darauf aufmerksam gemacht, dass für die gegenwärtige Textsortenlinguistik auch die daraus resultierende Ausdifferenzierung einfacher und komplexer Textsorten von gleicher Bedeutung ist. Wie es uns auch schon unsere textsortenlinguistische Kompetenz signalisiert, hat die überwiegende Mehrheit von Textsorten einen komplexen Charakter. Durch eingehende Analysen von Textformen kann bewiesen werden, dass sich viele Textsortenfunde in anscheinend einfachen Strukturen entdecken lassen (die Erforschung der Militärmeldung lässt in ihrer Struktur das Vorhandensein von Bitte, Meinungsäußerung, Suggestion, Vorschlag, neben dem zu erwartenden Bericht, aufzeigen; vgl. Wolińska 2004: 286). Das bedeutet aber noch gar nicht, dass die einfachen Formen angesichts ihres seltenen selbstständigen Vorkommens am Rande des Interesses der Textsortenlinguisten bleiben. Die einfachen Formen stellen Bestandteile der komplexen Textsorten dar (allerdings ist dieser Grund schon ausreichend genug), daher sollten sie einer genauso eingehenden Betrachtung unterliegen.

Die in dieser Abhandlung konsequent verfolgte Trennung der Idealisierungs- (Bereich der Textsorten/ Muster) von der Aktualisierungsebene (textuelle Realisierung der Textsorte) erlaubt das Problem der textsortenlinguistischen Komplexität auf den beiden Ebenen zu betrachten. Im ersten Fall wird die Frage fokussiert, aus welchen einfachen Textsorten sich die Konstruktion der gegebenen komplexen Form zusammensetzt, sowie ob die gegebene Form bestimmte textsortenmäßig fertig gestaltete Bestandteile obligatorisch oder fakultativ erfordert. Die für die Verwendung verschiedener Komponenten im Bereich einer komplexen Textsorte geltenden Regeln können etwas...

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