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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Abschluss

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Zum Abschluss meiner Ausführungen komme ich auf die Frage zurück, die im einführenden Teil der Arbeit gestellt wurde. Von der Annahme ausgehend, dass die Textsortentheorie (übrigens genauso wie jede Theorie) in einer bestimmten Epoche entwickelt wird und den Gedanken entspringt, die zu einer Zeit um bestimmte Fragestellungen besonders intensiv kreisen (vgl. Jauss 1970: 79), wollte ich die Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass das Textsortenkonzept vom Kulturkontext geprägt ist, und dass das Verstehen sowie die Begründung der Existenz dieses Kontextes in der Theorie und im Kommunikationsverhalten der Menschen gewissen Veränderungen unterworfen sind. Die Gegenwart hat das theoretische Konzept der Kategorie Textsorte mit dem Stempel der „Nebulosität“ gezeichnet, und die gesamte Verantwortung für alle daraus folgenden Konsequenzen auf sich genommen. Das, was noch vor kurzem für einen gelegentlichen Verstoß gegen geltende Konventionen gehalten wurde, wird heutzutage zum Alltag, und die weit gefasste Kategorienoffenheit wird zur zentralen Frage der Textsortenlinguistik. Das Betrachten der Kategorie Textsorte als einer verschwommenen Größe ist, wovon ich meine Leser zu überzeugen versuche, eine positive Antwort auf die Stimmen, die die Brauchbarkeit der traditionellen Aufteilung in Texttypen und Textsorten bestreiten, denn die Textwirklichkeit stellt – wie bewiesen wurde – ständig die vom System erarbeiteten Taxonomiekriterien in Frage und bestreitet die sie bestimmenden Regeln. Wie es sich jedoch erweist, wäre das Sich-Zurechtfinden in der komplizierteren Welt der multimedialen Übermittlungen ohne jegliche Wegweiser unmöglich. Je stärker eine Äußerung den sich konkretisierenden Textnormen widerspricht, desto größer...

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