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Literarische Topographien in Ostmitteleuropa bis 1945

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Elzbieta Nowikiewicz

Der Band versammelt Aufsätze, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit ostmitteleuropäischen literarischen Räumen, Orten und ihrer Topographie beschäftigen. Die AutorInnen diskutieren unterschiedliche Ansätze einer sichtbaren Welt, des Räumlich-Erfahrbaren mit topographischer Akzentuierung, wobei geographische Referenzräume besondere Berücksichtigung finden. Es handelt sich um Bezüge zu Räumen, Orten und Landschaften im Leben und Werk verschiedener SchriftstellerInnen. Die Sammelmonographie setzt sich darüber hinaus die literarische Wiederentdeckung Ostmitteleuropas zum Ziel. Ostmitteleuropa wird einer erneuten Lektüre unterzogen, wobei die Fragen, wie die einzelnen Autoren den Text des Raumes lesen und wie sie mit dem ostmitteleuropäischen Raum umgehen, eine zentrale Bedeutung erfahren. Es wird auch nach den Raumfunktionen in Texten gefragt. Die Perspektive des Raumes determiniert demzufolge die Herangehensweise und den Umgang mit literarischen Texten.
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Vorwort

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Die Wende zum Raum wurde Ende des 20. Jahrhunderts u. a. durch das Zerfallen der politischen Blockstruktur, die Globalisierungsprozesse und die Entwicklung neuer Technologien vorangetrieben. Die Folge ist, dass beinahe alle Forschungs-felder und Wissensgebiete ihren „spatial turn“ haben. Diese unterschiedlichen „Raumwenden“ werden im Rahmen verschiedener Fachgebiete diskutiert1, denn der Raum wird als „eine sozial und kulturell konstruierte und determinierte sowie historisch veränderbare Kategorie“2 verstanden.

Auch im vorliegenden Band soll die Perspektive des Raumes die Herangehensweise und den Umgang mit literarischen Texten zum ostmitteleuropäischen Raum determinieren. Orte der Handlung, literarische Schauplätze und Handlungsräume sind der Ausgangspunkt von Textanalysen. Damit wird der Versuch unternommen, Ostmitteleuropa zu erlesen und über den Raum aus literaturwissenschaftlicher sowie kulturwissenschaftlicher, aus kollektiver und individueller Perspektive nachzudenken.

“Ostmitteleuropa“ bezeichnet hier, ähnlich wie Mitteleuropa, Osteuropa, Nordosteuropa oder Südosteuropa, ein Konstrukt nach dem Motto: Räume sind nicht, Räume werden gemacht3. Es ist eher ein ideologischer Begriff und geopolitischer Ausdruck, auf den geschichtliche, soziale und kulturelle Prozesse Einfluss hatten, und keineswegs ein natürlicher, physischer Raum. Es handelt sich dabei um ein fluktuierendes Konzept4, eine unscharf abgegrenzte Großregion, einen Großraum im Regionaldiskurs.

Alle in der vorliegenden Sammelmonographie behandelten SchriftstellerInnen und ihre Werke reflektieren mittels narrativer Kunst über konkrete Orte, die ihre Entsprechung im Georaum haben. Diese Orte werden auf literarischer Ebene überformt bzw. mit dem für die Literatur spezifischen Instrumentarium modelliert. Sie ← 7 | 8 → stellen entweder eine Erinnerung oder eine symbolische Reflexionsebene dar. Die...

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