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Literarische Topographien in Ostmitteleuropa bis 1945

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Edited By Elzbieta Nowikiewicz

Der Band versammelt Aufsätze, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit ostmitteleuropäischen literarischen Räumen, Orten und ihrer Topographie beschäftigen. Die AutorInnen diskutieren unterschiedliche Ansätze einer sichtbaren Welt, des Räumlich-Erfahrbaren mit topographischer Akzentuierung, wobei geographische Referenzräume besondere Berücksichtigung finden. Es handelt sich um Bezüge zu Räumen, Orten und Landschaften im Leben und Werk verschiedener SchriftstellerInnen. Die Sammelmonographie setzt sich darüber hinaus die literarische Wiederentdeckung Ostmitteleuropas zum Ziel. Ostmitteleuropa wird einer erneuten Lektüre unterzogen, wobei die Fragen, wie die einzelnen Autoren den Text des Raumes lesen und wie sie mit dem ostmitteleuropäischen Raum umgehen, eine zentrale Bedeutung erfahren. Es wird auch nach den Raumfunktionen in Texten gefragt. Die Perspektive des Raumes determiniert demzufolge die Herangehensweise und den Umgang mit literarischen Texten.
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Zwischen Litauen, Ostpreußen und ‚Sarmatien‘. Literarische Kartographierung der Heimat bei Czesław Miłosz und Johannes Bobrowski

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Anna Pastuszka (Lublin)

Czesław Miłosz, geboren 1911 in Szetejnie/Šeteniai, im polnisch–litauischen Grenzland, heute Litauen und Johannes Bobrowski, geboren 1917 in Tilsit/Sowjetsk, in Ostpreußen, heute russische Oblast Kaliningrad, gehörten dem Jahrgang nach eigentlich einer Generation an. Unweit voneinander geboren, im multiethnischen und multikulturellen Raum aufgewachsen, vom Naturerlebnis tief geprägt, erfuhren sie – jeder auf seine Art – die beiden Totalitarismen: den Nationalsozialismus und den Kommunismus. Für beide Dichter brachte der Zweite Weltkrieg einen unwiederbringlichen Verlust der Heimat mit sich. Allein an den geänderten geographischen Bezeichnungen ihrer Herkunftsorte kann man die historischen Umbrüche spüren, die jene Orte und die ganze Region im 20. Jahrhundert erfahren haben. Beide Dichter wurden angesichts ihres persönlichen Verlustes und nach dem Untergang ihrer Heimatländer in der ihnen vertrauten Form von der Idee geleitet, den so nicht mehr existenten Kulturraum als Erinnerungslandschaft in Gedichten, autobiographischen Schriften und fiktionaler Prosa zu beschwören und ins öffentliche Bewusstsein zu holen.

Die Analyse der Erinnerungsverfahren bei Miłosz und Bobrowski soll die jeweiligen Schreibweisen und die erinnerten Topographien der Vergangenheit1 der hybriden Kulturräume vor 1945 erschließen. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie die dichterische Imagination die bestehenden geographischen Räume ‚ver-dichtet ’, d. h. „überformt, verfremdet und re-modelliert“2, wie die Erfahrung des empirischen Raums in den literarischen Texten geopoetisch transzendiert wird...

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