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Konsum und Imagination- Tales of Commerce and Imagination

Das Warenhaus und die Moderne in Film und Literatur- Department Stores and Modernity in Film and Literature

Edited By Godela Weiss-Sussex and Ulrike Zitzlsperger

Das Warenhaus war über Deutschland hinaus bis in die 1930er-Jahre einer der kulturgeschichtlich bedeutendsten Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der Moderne und der Konsumkultur. Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes zeigen sowohl den Facettenreichtum des Warenhaus-Diskurses in der Literatur, dem Feuilleton, in Musicals und im Film als auch die Bandbreite der teils sozial-und kulturkritischen, teils fortschrittsorientierten Thematisierungen auf. Dabei kommen Romane von Zola, Brecht und Fallada sowie Schriften weniger bekannter Autoren zur Sprache. Das emanzipatorische Potenzial des Warenhausthemas findet ebenso Beachtung wie waren- und konsumästhetische Strategien, die in Literatur, Film und anderen Medien reflektiert werden.
Until the 1930s department stores provided, in Germany as elsewhere, one of the focal points of cultural and critical engagement with modernity and consumer culture. The authors of this volume explore the diversity of the discourse on department stores in literature, the feuilleton, musicals and film. They demonstrate the scope of the discourse from cultural criticism to more progress-oriented examinations of the theme. Novels by Zola, Brecht and Fallada are discussed, as well as writings by lesser known authors. Attention is paid to the emancipatory potential of department stores as well as to the aesthetics of consumption as reflected in literature, film and other media.
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Love on Display in Fritz Lang’s American Shop Windows

Extract

Elizabeth Mittman

From Weimar Surfaces to Manhattan Interiors: Reimagining the Department Store in Fritz Lang’s American Exile

Abstract

Fritz Langs erster Tonfilm thematisiert die „visual surfaces“ (Janet Ward) der Metropole als Chiffre für das Zusammenspiel von Kommerz, Konsum und Begehren in der Moderne. In M (1931) ist der Schaufensterblick vor allem dem Kindermörder eigen; das Schaufenster selbst dient als Zugang zum semantischen Feld einer gefährlichen, perversen Sexualität, die als Allegorie für spezifische Weimarer Ängste dient. In der Emigration in den Vereinigten Staaten entwickelt sich dieser zentrale Tropus aber bald in andere Richtungen, die die einschneidenden Erfahrungen des exilierten deutsch-jüdischen Filmemachers in der neuen Heimat widerspiegeln. In Langs You and Me (1938), von der Filmgeschichte größtenteils als Mißerfolg abgeschrieben, lässt sich eine Metamorphose des „Weimarer Schaufensters“ nachzeichnen: hier wird ein New Yorker Warenhaus zu einer Art „Heimat“ für die moderne Frau umfunktioniert, und der Gangsterfilm löst sich in eine romantische Komödie auf. Die brennenden Fragen der Moral und des Gesetzes der Moderne werden im Kontext von privaten Liebesgeschichten herausgearbeitet und in der Form eines autonomen weiblichen Begehrens überwunden. Dieser Beitrag untersucht den Hollywood-Film vor allem als eine Art Übersetzung des Weimarer Klassikers, M, für eine neue Welt, in der der vormalige Ort der Gefahr zum Ort der Erlösung umgeschrieben wird.

‘It was – I think deservedly – my first real flop.’1 With this proclamation, Fritz Lang distanced himself from You and...

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