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Konsum und Imagination- Tales of Commerce and Imagination

Das Warenhaus und die Moderne in Film und Literatur- Department Stores and Modernity in Film and Literature

Godela Weiss-Sussex and Ulrike Zitzlsperger

Das Warenhaus war über Deutschland hinaus bis in die 1930er-Jahre einer der kulturgeschichtlich bedeutendsten Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der Moderne und der Konsumkultur. Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes zeigen sowohl den Facettenreichtum des Warenhaus-Diskurses in der Literatur, dem Feuilleton, in Musicals und im Film als auch die Bandbreite der teils sozial-und kulturkritischen, teils fortschrittsorientierten Thematisierungen auf. Dabei kommen Romane von Zola, Brecht und Fallada sowie Schriften weniger bekannter Autoren zur Sprache. Das emanzipatorische Potenzial des Warenhausthemas findet ebenso Beachtung wie waren- und konsumästhetische Strategien, die in Literatur, Film und anderen Medien reflektiert werden.
Until the 1930s department stores provided, in Germany as elsewhere, one of the focal points of cultural and critical engagement with modernity and consumer culture. The authors of this volume explore the diversity of the discourse on department stores in literature, the feuilleton, musicals and film. They demonstrate the scope of the discourse from cultural criticism to more progress-oriented examinations of the theme. Novels by Zola, Brecht and Fallada are discussed, as well as writings by lesser known authors. Attention is paid to the emancipatory potential of department stores as well as to the aesthetics of consumption as reflected in literature, film and other media.
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Trude Menziger stellt sich im Centrum Warenhaus nach Geschirrtüchern an

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Nachlass-Nummer 36:

1 Geschirrtuch weiß, blau-liniert, Leinen-Baumwollgemisch, Größe 50x70 cm, Gewicht 80g. Hersteller VEB Oberlausitzer Textilbetrieb, Herstellungsjahr: ca. 1980, mit Aufhängeöse und einem weiteren Aufhänger am unteren diagonalen Ende mit Waschanleitung; rosa Wäschereiaufkleber in der linken oberen Ecke mit dem Code 3CN70, zahlreiche Gebrauchsflecken, linke untere Ecke leicht zerschlissen.

Nach dem Frühhort, einige Kinder hatten die erste Stunde frei und blieben noch bis dreiviertel Neun, fuhr Trude Menzinger mit der U-Bahn zum Alexanderplatz, um sich im Centrum-Warenhaus anzustellen. Die Wilhelm Böse-Oberschule war nicht weit entfernt von der Station Dimitroffstraße, keine drei Minuten zu Fuß und schon war sie an der Schönhauser Allee und eilte die Treppe zur U-Bahn hoch, die hier als Hochbahn fuhr. Trude Menzinger freute sich, als einer von den alten U-Bahnzügen vor ihr hielt. Sie stieg wie immer im letzten Wagen ein und stellte sich auf den Platz neben dem verwaisten Führerhäuschen. Von dort aus ließ sich die Fahrt am besten verfolgen, ja, sie glaubte, obwohl sie auf die Sechzig zuging, noch immer ernsthaft, eine unsichtbare Kraft ließe den Zug von der Schönhauser Allee in den Tunnelmund flutschen, bis die Welt da draußen nur noch ein kleiner weißer Fleck war, der sich mehr und mehr entfernte. Schließlich nahm die U-Bahn eine leichte Kurve und hielt am Senefelder Platz.

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