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Werdegang

Varianten der Aus- und Weiterbildung von Autor/innen

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Marlen Schachinger

Werdegang geht der Frage nach, inwiefern sich die berufliche Etablierung von Literat/innen im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Durch Schreibstudiengänge an verschiedenen Instituten im deutschsprachigen Raum wurde der autodidaktische Weg auch hierzulande in Frage gestellt. Ist er nach wie vor dennoch nicht nur denkbar, sondern realistisch und wie sah bzw. sieht er aus? Wie gestaltet sich die Lehre an verschiedenen Instituten, die Schreibstudien- oder Lehrgänge anbieten, und wie veränderte sie sich? Prägte die Etablierung von Schreibstudiengängen die literarische Szene im deutschsprachigen Raum mit oder sind andere Mechanismen – wie z.B. das Aufkommen des E-Books – relevantere Entwicklungen? Auf Basis zahlreicher Interviews und Fragebögen wurde versucht, in einem Feld, in dem es bislang keine vergleichende Analyse gab, Material zu generieren, um Fragestellungen in diesem Bereich der Literaturwissenschaft zu ermöglichen. Die Ausgangsthese, die Frage nach einer Analogie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und Studierenden, konnte weitestgehend bestätigt werden. Hinsichtlich der Etablierung von Netzwerken sowie der Bekanntheit im literarischen Feld differieren jedoch Effizienz und Möglichkeiten.
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2.1.4. Von der Nachahmung und der eigenen Stimme

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Wie Inspiration zu erzielen sei, hierzu gebe es keine Form der Anleitung, schreibt Alexander Nitzberg im »Lyrik-Baukasten«:

„Jeder Lyriker entwickelt mit der Zeit seine eigene, individuelle Art, sie auszulösen. Doch genau hier tritt die Differenz von Professionalität und Dilettantismus deutlich zutage: Im Gegensatz zum Amateur kennt der Dichter nicht nur seine Möglichkeiten, ← 126 | 127 → sondern auch seine Grenzen. Er überschätzt weder sich noch die Kraft der Eingebung. Und er kann den besagten Zustand in den meisten Fällen bewußt aufrufen.“664

„Wanting to write and wanting to be a writer are different things. You become a writer because you write, not vice versa. I don’t know any really good writers who have entered the profession wanting to be a writer. It would be a peculiar and frankly masochistic ambition.“

(Milne, John: How to be a Writer. In: The Handbook of Creative Writing. Hg.: Earnshaw, Steven. Edinburgh: Edinburgh University Press 2007. S. 366.)

Für das Schreiben, so Natalie Goldberg, „[…] gibt [es] keine Idealbedingungen. Wenn Sie schreiben wollen, dann tun Sie es. Es gibt keine perfekte Atmosphäre, keinen perfekten Stift oder den [Hervorhebung i. O.] Schreibtisch […].“665 Ebenso Michael Perry, der auf Peter De Vries verweist: „I write when I’m inspired, and I see to it that I’m inspired at nine o’clock every morning.“666 Und er spitzt die Aussage noch weiter zu: „Waiting for inspiration to strike before writing is like waiting for inspiration to strike...

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