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Werdegang

Varianten der Aus- und Weiterbildung von Autor/innen

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Marlen Schachinger

Werdegang geht der Frage nach, inwiefern sich die berufliche Etablierung von Literat/innen im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Durch Schreibstudiengänge an verschiedenen Instituten im deutschsprachigen Raum wurde der autodidaktische Weg auch hierzulande in Frage gestellt. Ist er nach wie vor dennoch nicht nur denkbar, sondern realistisch und wie sah bzw. sieht er aus? Wie gestaltet sich die Lehre an verschiedenen Instituten, die Schreibstudien- oder Lehrgänge anbieten, und wie veränderte sie sich? Prägte die Etablierung von Schreibstudiengängen die literarische Szene im deutschsprachigen Raum mit oder sind andere Mechanismen – wie z.B. das Aufkommen des E-Books – relevantere Entwicklungen? Auf Basis zahlreicher Interviews und Fragebögen wurde versucht, in einem Feld, in dem es bislang keine vergleichende Analyse gab, Material zu generieren, um Fragestellungen in diesem Bereich der Literaturwissenschaft zu ermöglichen. Die Ausgangsthese, die Frage nach einer Analogie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und Studierenden, konnte weitestgehend bestätigt werden. Hinsichtlich der Etablierung von Netzwerken sowie der Bekanntheit im literarischen Feld differieren jedoch Effizienz und Möglichkeiten.
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5.1.7. Ausblicke auf…

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5.1.7. Ausblicke auf …

„Immer noch gibt es den feuilletonistischen Spott über dichtende Hausfrauen und Workshops, in denen die Teilnehmer angehalten sind, ihre Geschichten aufzuschreiben. Selbst Gedichtetes und selbst Gestricktes werden dabei in einem Atemzug genannt, eine Analogie, die offenbar zum zwanghaften Reflex geworden ist. Doch niemand soll sich den Hang zu selbst Gedichtetem nehmen lassen, weder von arroganten Feuilletonisten noch von genialischen Dichtern. Der höchste Sinn der Alphabetisierung liegt in der Fähigkeit, eine eigene sprachliche Identität zu entwickeln. Nicht um Handel zu treiben, ist Literatur nötig, sondern um sich selbst verstehen zu lernen und um sich auf seine ganz eigene Weise mitteilen zu können. Für den Handel hätte zur Not auch eine Mathematisierung gereicht.“2160

So schreibt Josef Haslinger in seinem Essay »Die Penne der Poeten«, und er verweist auf die USA, wo seit John Deweys Betonung der sprachlichen Weiterentwicklung als Teil der Persönlichkeitsbildung, ein anderer Umgang mit sprachlichem Vermögen Usus sei.2161 Josef Haslinger selbst kenne einzig den »Iowa Writers’ Workshop« aus eigener Erfahrung, und er sei überzeugt, es bestehe zwischen diesem und dem »DLL« „[…] kein so großer Unterschied […],“2162 abgesehen von einem, der jedoch für das »DLL« spreche, denn dort haben die Studierenden „[…] freiere Entwicklungsmöglichkeiten […]; in Iowa muss man sich von vornherein für Fiction, Poetry, Non-Fiction bewerben […].“2163 Biel sei zwar nach dem Vorbild des »DLL« entstanden, weise aber mit der Mentoratsbindung auf einen längeren Zeitraum eine...

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