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Niccolò Machiavelli – Die Macht und der Schein

2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Dirk Hoeges

Machiavelli entwirft die Figur des modernen Herrschers im Spannungsverhältnis von Macht und Schein. Nichts sein – alles scheinen wird zur Bedingung für Erwerb und Erhalt von Macht. Dabei ist Machiavellis Entdeckung und Nutzung der Perspektive für das Wesen des Politischen entscheidend. Unter die Perspektive diffuser Beobachter geraten, wird Herrschaft von der Inszenierung abhängig. Macht ohne Schein scheitert wie Schein ohne Macht. Es schlägt die Stunde der Medien. Sie arbeiten am Schein. Durch präzise Textanalyse wird der «Fürst» als komplexe Kunstfigur sichtbar. Machiavellis berühmtester Text wie sein umfangreiches Gesamtwerk aus Prosa und Poesie ist nur mittels Ästhetik und Rhetorik zu verstehen. Es zeigt den kritischen Humanisten und gewandten Politiker als Meister vieler literarischer Formen, mit denen er von Jugend an vertraut wurde.
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Cicero: Politik und Leben

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Ciceros Prosadichtung vom «Traum des Scipio», kommentiert von Macrobius und bis zum frühen 19. Jahrhundert nur durch ihn bekannt, vermittelt in den Traumgesichten des Römers Schicksal und Aufgabe des großen Bürgers, dem die Pflicht zufallen kann, das Gemeinwesen, die «res publica», wiederherzustellen, nachdem sie in Auflösung und Zerrüttung geraten ist. Höchste Not des Staates verlangt nach einem «princeps». Die Wiederherstellung der Eintracht und der Einheit der Stände im Zeichen der bürgerlichen Freiheit ist Aufgabe und Pflicht dieses ersten Bürgers und Diktators auf Zeit.1 Sein einziger Lohn ist die Ehre, und nur auf sie bedacht zu sein macht die «virtus» eines «princeps» aus, der der Gemeinschaft, dem Staat dient. Cicero denkt vom Staat aus, nur die «res publica» ist der angemessene Lebensraum des Menschen. In diesem Sinne ist der «Traum des Scipio» Ciceros hohes Lied auf den «homo politicus», der sich der «res publica» verschreibt; erst in der Arbeit für das Gemeinwesen erfüllt sich der Sinn des Lebens, das sich an Gerechtigkeit, Bescheidenheit und Mäßigung auszurichten hat. Die vita contemplativa ist Cicero eine nachgeordnete Form menschlichen Lebens, der Politiker dem Philosophen überlegen. Daher muss Cicero «vom Staate reden». Rede vom Staat ist Rede vom Menschen. Machiavelli schrieb 1513 aus dem Exil, «ich muss vom Staate reden (devo ragionare dello stato) ».

Ciceros «Somnium Scipionis» hat man das «Evangelium» von Humanismus und Renaissance genannt.2 Er bietet eine Vision vom Menschen, vom Diesseits, vom Jenseits, vom Kosmos...

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