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Normalität, Abnormalität und Devianz

Gesellschaftliche Konstruktionsprozesse und ihre Umwälzungen in der Moderne

Series:

Attila Nóbik and Béla Pukánszky

Normalität, Abnormalität und Devianz existieren in allen Gesellschaften. Allerdings entfalten sie in der Moderne ihre spezifische Bedeutung und Brisanz. Die Beiträge in diesem Band analysieren die Konzeptionen und Konstruktionsprozesse aus inter- bzw. teildisziplinären Perspektiven der Erziehungswissenschaft. Historisch interessierte Vertreterinnen der Allgemeinen Pädagogik und der Sonderpädagogik nähern sich den Phänomenen und deren Interpretationen behutsam und (selbst-)kritisch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie schreiben ein Stück Geschichte der Erziehung und zugleich auch der Sonderpädagogik entlang der sozialen Konstruktionen von normalen und abnormalen Kindern und Jugendlichen. Verschiedene, aber verwandte Gesichtspunkte der beiden Teildisziplinen verweben sich zu einem farbigen Gesamtbild der Thematik.
Dieser Band enthält neben 17 Beiträgen auf Deutsch auch 6 Beiträge auf Englisch.
Inhalt: Attila Nóbik/Béla Pukánszky: Einleitendes zu Normalität, Abnormalität und Devianz - Gesellschaftliche Konstruktionsprozesse und ihre Umwälzungen in der Moderne – András Németh: Die Konstruktionsprozesse des «normalen» Fachwissens von Volksschullehrern in Ungarn am Beispiel der Enzyklopädie des Volksschulunterrichts um 1913-1915 – Verena Gangl/Claudia Gerdenitsch: Was ist wahre Wissenschaft? Norm und Abnorm in der Pädagogik – Géza Sáska: Normal und abnormal. Scientific foundations of 1950’s Soviet-style socialistic education science – Attila Nóbik: Abnormal children in the Hungarian historiography of education – Edvard Protner: Herbartianismus zwischen Normalität und Exzess am Beispiel des Unterrichtsbildes der «Katze» – Vera Moser: Perfektibilität - Verbesonderung - Förderung - Teilhabe/Inklusion. Eine Paradigmengeschichte der Behindertenpädagogik – Zsuzsa Masterházi: Ein Buchmanuskript über Heilpädagogik, jahrzehntelang in der Schublade - eine mitteleuropäische Geschichte – Gyula Hatos: Die Wandlungen des Begriffes «Behinderung» im Bezug auf die Population mit intellektuellen Schwierigkeiten – Péter Zászkaliczky: Zum Begriff der Normalität in der ungarischen Tradition der allgemeinen Heilpädagogik – Anikó Gál/Imre Varga: Die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise der Heilpädagogik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Péter Tibor Nagy: The Level of Education and its Factors of the Hungarian Handicapped in the Second Half on the Twentieth Century – Elke Kleinau: Begegnungen mit ‘Anderen’. Konstruktion von Kultur und Nation in Autobiographien deutscher Lehrerinnen – Johanna Hopfner: Pädagogik der «Verwahrlosten» - Einige zeitgemässe Rückblicke – Agnes Trattner: Die Weiderbelebung der Todessymbolik in der (Jugend)kultur - Von der Randerscheinung zum Massenphänomen – György Mikonya: Im «Schatten» der Schulpädagogik - religiöse Bewegungen, Psychogruppen und Erziehung – Regina Németh: Lebensform und Normalität am Beispiel der Kleidungsreform – Gabriele Förster: Integration hörgeschädigter Kinder in Regelschulen – Katalin Kéri: The history of education of subnormal children in Spain – Simonetta Polenghi: Krüppelkinder-Erziehung zwischen Medizin und Pädagogik. Die Mailänder Krüppelanstalt vom Positivismus bis zum Faschismus (1874-1937) – Éva Szabolcs/Judit Hegedűs: Constructing normal/abnormal children in educational journals in Hungary 1868-1914 – Veronika Pirka: Die reformpädagogischen Zeitschriften und das «normale» Kinderbild an der Jahrhundertwende – Béla Pukánszky: Inherent contradictions in the concept of the child in 19th century. Hungarian pedagogic manuals.