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Erzählen als identitätsbildender Prozess in Christa Wolfs «Nachdenken über Christa T.» und «Kindheitsmuster»

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Antje Diesing

Die Frage nach Identität ist eines der Hauptthemen im Werk Christa Wolfs. In dieser Arbeit werden auf der Grundlage der poetischen Prinzipien der Autorin die Werke Nachdenken über Christa T. und Kindheitsmuster untersucht und es wird herausgearbeitet, wie durch Erzählen Identität nicht nur an den Leser vermittelt, sondern auch für den Erzähler selbst erarbeitet wird. Ausgehend von einer detaillierten Analyse der Ebenenstruktur beider Werke und einer genauen Betrachtung der Figuren zeigt die Untersuchung, dass der Erzählprozess selbst erst die Identität vermittelt, sie nicht zwingend vorausgesetzt und während des Erzählens immer wieder neu und anders hervorgebracht wird. Dabei bezieht sich das Thema der Identitätssuche nicht nur auf die Figuren der beiden Werke, sondern beschäftigt auch die jeweilige Erzählerin und die Autorin, die sich durch die ‘Dimension des Autors’ selbst in ihre eigenen Texte einbringt. Gleichfalls wird der Fokus auf die Bedeutung des Schreibens gelegt, aufgeteilt in die Möglichkeiten und die Schwierigkeiten des Erzählens, ebenfalls ein wiederkehrendes Thema im Gesamtwerk Christa Wolfs. Auch der Bereich des ‘indirekten Sprechens’ wird ausführlich behandelt. In allen analysierten Bereichen untersucht die Autorin die Umsetzung und Weiterentwicklung der poetischen Prinzipien und arbeitet so neben der Gemeinsamkeit auch die Differenz zwischen beiden Werken heraus.
Aus dem Inhalt: Christa Wolfs poetische Prinzipien – Identitätsfrage – Ebenenstruktur – Indirektes Sprechen – Kontrastfiguren – Möglichkeiten und Schwierigkeiten des Schreibens – Potenzierung der Fragestellung durch Spaltung der Figur.