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Neorassismus und Europa

Rassistische Strukturen in der Selbstvergewisserung europäischer Identität

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Charlotte Spitzer

Auf dem Weg zur Schaffung einer kollektiven Identität in Europa lassen sich verschiedene Phänomene beobachten, die an die Herausdifferenzierung der Nationalstaaten im 19. Jahrhundert erinnern. Semantiken des Eigenen und des Fremden helfen eine Gemeinsamkeit zu etablieren, welche um den Preis der Ausgrenzung und Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen erreicht wird. Neorassismus meint nichts anderes, als die rassistische Grundstruktur der Argumentation solcher Selbstvergewisserungsformeln zu übernehmen, aber die Leitvokabel, das unterscheidende Merkmal, auszutauschen. Anstelle des biologischen Unterschieds wird der kulturelle oder ethnische in seiner Unveränderlichkeit proklamiert und der Rassismus als natürliche Reaktion auf das Fremde legitimiert. Bleibt die Frage, welchen Gruppen in Europa eine solche Argumentation nützt.
Aus dem Inhalt: Europäische Identität und Integration – Wiederholung der Struktur nationalstaatlicher Identitätskonstruktion auf europäischer Ebene – Neorassistische Selbstvergewisserungssemantiken zur Aufwertung der Eigen- und Abwertung der Fremdgruppe – Sicherung der bevorzugten Zugangschancen der sozialen Eliten zu gesellschaftlichen und ökonomischen Ressourcen.