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Mythos und Geschichte im Romanwerk Christoph Ransmayrs

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Renata Behrendt

In der Postmoderne tritt die Literatur aus dem Konkurrenzverhältnis zur Historiographie heraus, indem der Fiktionalität vor der Authentizität der Vorrang gegeben wird. Dies ermöglicht den Schriftstellern, sich des Mythos als Erklärungsmodell nicht nur der historischen Wirklichkeit zu bedienen. Die Zirkelschlüssigkeit des Mythos schließt nämlich seine Verbindung zur Gegenwart mit ein. Das mythische Grundmuster erweist sich als eine für die Darstellung der Kernprobleme der menschlichen Existenz immer noch relevante Form. Die Anwendung der Struktur des Mythos, in die unterschiedliche historische Ereignisse projiziert werden, führt bei Christoph Ransmayr zur Entstehung neuer Typen des historischen Romans, die in der Forschung als metahistorisch, revisionistisch und als Remythisierung der Geschichte bezeichnet werden.
Aus dem Inhalt: Historischer Roman – Mythosrezeption – Interpretation von Die Schrecken des Eises und der Finsternis, Die letzte Welt und Morbus Kitahara.