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Boreale Geltung

Zu Nördlichkeit, Raum und Imaginärem im Werk von Jorge Luis Borges

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Victor Andrés Ferretti

Diese Studie wurde mit dem Fakultätspreis 2006 der Philosophischen Fakultät der Universität zu Kiel ausgezeichnet.
Entlang eines diskursanalytischen Leitfadens versucht diese Studie, der Nördlichkeit im Werk des argentinischen Homme de Lettres Jorge Luis Borges näher zu kommen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was für ein Norden in Borges‘ Œuvre entworfen wird, sondern insbesondere wie sich ebendieser als Diskursgefüge konstituiert. Die implizite These lautet hierbei, dass Borges südlich des Südens keinen Norden, sondern eine bestimmte Nördlichkeit verortet, deren Ordnungslinien jedoch Leerstellen des Diskurses sind. Und damit laden sie zu Grenzüber schreibungen ein, die ganz im Sinne einer Poetik des Imaginären sowohl die Kontingenz des Wissens als auch die Fiktionalität von Wirklichkeit ausspielen. Borges’ vielfältige boreale Räumlichkeit lässt sich mithin als ein genuiner Ausdruck dieses Ineinanderwirkens von Nördlichkeit und Imaginärem ergründen.
Aus dem Inhalt: Poetik des Imaginären - Zerspielte Phantastik, Artifizielles Trugbild, Fiktionalität von Wirklichkeit – Ein Diskursgefüge von Nördlichkeit - Thule als Palimpsest, Vom destino escandinavo, Wiedergeholte Wiederholung – Raum und Räumlichkeit - Vom anthropologischen Raum, Konturen von Räumlichkeit, Zum Ereignisraum – Boreale Topographien - Ein Norden des Diskurses: «Tlön, Uqbar, Orbis Tertius», Ein borealer Parcours: «Ulrica», Ein Raum der Chiffre: «Undr», Ein mythographischer Raum: die «laudes Thules» – Schlussbetrachtung – Verzeichnis der zitierten Literatur und der Abkürzungen.