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Die politisch motivierte Tötung

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Dirk Lange

Die strafrechtliche Bewertung des «politischen Mordes» ist seit jeher umstritten. Während bestimmte Epochen zu einer entlastenden Berücksichtigung des politischen Motivs neigen, werten andere es eher als belastend. Beispiele für beide Deutungen finden sich auch in der deutschen Geschichte. Hatte die Strafjustiz der Weimarer Republik jedenfalls den von «rechts» begangenen Tötungsverbrechen häufig eine «ehrenhafte», strafmildernd zu berücksichtigende Motivation bescheinigt, tendieren Rechtsprechung und Strafrechtswissenschaft in der Bundesrepublik überwiegend dazu, politische Motive bei Tötungen als «niedrige Beweggründe» zu werten und die Tat damit vom Totschlag zum Mord hochzustufen. Das Buch analysiert die unterschiedlichen Konzeptionen und entwickelt einen eigenen Lösungsansatz.
Aus dem Inhalt: Zeitgeschichte und Phänomenologie politisch motivierter Tötungen – Der politische Beweggrund – Fallgruppen der politisch motivierten Tötung – Rechtstheoretische und systematische Erwägungen zum Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe und zur Legitimität der sittlichen Rückbindung – Die Auslegung der Motivgeneralklausel in Rechtsprechung und Literatur – Die unterschiedlichen rechtlichen Würdigungen des politisch motivierten Tötungsverbrechens – Die Privilegierungstradition des Überzeugungstäters als Qualifikationsabwehr.