Show Less
Restricted access

Entstehen des Öffentlichen – Eine andere Politik

Series:

Lars Lambrecht

Das Thema «Entstehen des Öffentlichen» kann man zunächst ganz historisch verstehen. Es geht hier um die Rekonstruktion eines der tragenden Elemente moderner Politik in der Phase vor den europäischen Revolutionen von 1848, ohne das das moderne Verfassungswesen nicht mehr zu denken ist. Mit der modernen Öffentlichkeit ist ein Element entstanden, das sich in Gestalt der Presse zu einer vierten Gewalt herausbildete und damit inzwischen die für die Demokratie konstitutive und ‘klassische’ Dreigewaltenteilung ergänzte und überbot. Das Thema «Eine andere Politik» dient der lange angemahnten Intention in dem Forschungsprojekt, den engen chronologischen Rahmen der 1848er Revolutionsepoche zu verlassen und uns der Erforschung von deren ‘Wirkungen’ bis heute hin zu widmen und damit der zeitgenössischen Kritik zu stellen. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, daß solche Wirkungen in keinem Fall monokausal zu konstruieren sind.
Aus dem Inhalt: Lars Lambrecht: Vorwort – Wolfgang Bunzel: Form- und Funktionswandel der Philosophie im Vormärz. Sozial-, medien- und kommunikationsgeschichtliche Aspekte des Junghegelianismus – Massimiliano Tomba: Bruno Bauer: Dialektik des Individualismus – Bodo Morawe: Eine andere Politik: Heines Republikanismus – Junji Kanda: Öffentlichkeitswandel. Bruno Bauer und die Entdeckung der Massengesellschaft – Hans-Martin Sass/Katja Stiegel: Produktion und Politisierung des Öffentlichen bei Ruge 1845/49 – Martin Hundt: Zeitungen als ‘Festungen’ des Fortschritts. Streiflichter zur Geschichte der Ruge’schen Jahrbücher nach epistolarischen Quellen – Irina Hundt: Soziale Reform - Die Zeitschrift der Sozialistin und Feuerbachianerin Louise Dittmar im Kontext der Frauenpresse 1840-1852. Mit dem Versuch einer Rekonstruktion – Gabriele Schneider: «Der weite Schulweg der Mädchen». Vom Bildungskonzept der Vormärzautorinnen bis zur reflexiven Koedukation – Kurt Abels: Literatur als ‘weltliches Evangelium’ - Literaturstudium als ‘profane Taufe’. Begründungen des Literaturkanons für die Schule im Umkreis der Junghegelianer: Robert Heinrich Hiecke (1805-1861) – Lars Lambrecht: «Welt» als Begründungsproblem von Öffentlichkeit und Politik – Werner Goldschmidt: Zu Montesquieus Theorie der Macht – Corinna Perron: Montesquieu, Marx und die Kritik der modernen Gesellschaft bei Hannah Arendt – Norman Paech: Menschenrechte und Krieg im Zeichen des europäischen Wertekanons – Friedrich Tomberg: Brauchen wir eine Weltrepublik? – Ulrich Albrecht: Der Runde Tisch. Eine Miniatur – Lothar Peter: Bürgerstatus, Bürgerrechte, Diskurs - Demokratie in Arbeit und Betrieb? Industrielle Beziehungen im Umbruch – Paul Oehlke: Ein Essay zur neoliberalen Dialektik rechtspopulistischer Wahlerfolge in Europa.