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Mittelalterliche Wissensspeicher

Interdisziplinäre Studien zur Verbreitung ausgewählten ‘Orientierungswissens’ im Spannungsfeld von Gelehrsamkeit und Illiteratheit- Unter Mitarbeit von Andrea Hofmeister-Winter

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Wernfried Hofmeister

Aus dem Blickwinkel sowohl der Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte als auch der Religionswissenschaft wird jenes im Mittelalter verbreitete ‘Heilswissen’ beleuchtet, das als Teil einer öffentlichen Meinungsbildung in folgenden drei zentralen Bereichen auch für schriftunkundige Menschen für existenzielle Orientierung sorgte: Schöpfung, Lebensführung und Endzeit. Aufbauend auf einer gleichnamigen interdisziplinären Ringvorlesung, die im Sommersemester 2007 an der Universität Graz stattfand, verdeutlichen die AutorInnen am Beispiel literarischer und religiöser Texte, beredter Artefakte der Bildenden Kunst sowie anhand weit verbreiteter Geschichtsquellen und -vorstellungen die sinnfällige Vernetztheit und die kollektive – oft bis heute lebendig gebliebene! – Erinnerungskraft einstiger Naturkonzepte, Märtyrerlegenden und Endzeitvisionen.
Aus dem Inhalt: Wernfried Hofmeister: Literarische Wissensspeicher: Vertrauen in die Kraft des Wortes: Erzählte Tierwelt zwischen Glaube und Erfahrung - Märtyrertum als beredter Gottesbeweis - Berichte aus der Zukunft durch Endzeitvisionen und Weltgerichtsspiele – Johannes Gießauf: Historische Wissensspeicher: Erinnerte Geschichte(n): Mittelalterliche Weltkarten als Wissensspeicher - Wie alte Negativhelden neue Heiligenviten beleben - Der Nutzen des Wissen um den Anfang vom Ende – Margit Stadlober: Kunstgeschichtliche Wissensspeicher: Durch Bilderfolgen unterweisen: Die Erkenntniskraft mittelalterlicher Tier-Ikonologie - Gemalte Heiligenviten als Hort der Tugenden - Eschatologische Bilder zur Rettung des Volkes – Theresia Heimerl: Religiöse Wissensspeicher: Gott verstehen lernen: Natur und Tier als theologische Konzepte - Vom ‘heiligen Schauer’ mittelalterlicher Märtyrerlegenden - Gläubiges Wissen über Endzeit und Jüngstes Gericht.