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Das Politische

Zur Entstehung der Politikwissenschaft während der Weimarer Republik

Series:

Manfred Gangl

Gemeinhin wird die Entstehung der Politikwissenschaft in Deutschland mit ihrer Einrichtung als universitärer Fachdisziplin nach dem Zweiten Weltkrieg angesetzt. Die Deutschen sollten wieder zur Demokratie erzogen werden. Mit der Ausrichtung der Politikwissenschaft als «Demokratiewissenschaft» und ihrer weiteren erfolgreichen Institutionalisierung in der Bundesrepublik gerieten etwaige Versuche zur wissenschaftlichen und institutionellen Etablierung der Politikwissenschaft während der Weimarer Republik – wie diese selbst – in Mißkredit. Der Band möchte demgegenüber nicht nur zeigen, in welcher Fülle das Politische während der Weimarer Republik in den verschiedenen miteinander konkurrierenden Disziplinen thematisiert wurde, sondern über das disziplingeschichtliche Interesse hinaus auch zeigen, daß angesichts
der aktuellen Krise der deutschen Politikwissenschaft dem Weimarer Diskurs des Politischen durchaus erneut Aktualität zukommen kann.
Aus dem Inhalt: Hauke Brunkhorst: Vom Völkerrecht (international law) zur internationalen Politik (international relations) - einige Vorüberlegungen zur internen und externen Geschichte einer Wissenschaft – Manfred Gangl: «Das Politische ist das Totale». Carl Schmitts Bestimmung des Politischen – Hauke Brunkhorst: Vom Staatsrecht zur Politikwissenschaft – Béatrice Bonniot: Von der politischen Bildung zur Politikwissenschaft. Der Beitrag Carl Heinrich Beckers zur Entstehung einer neuen wissenschaftlichen Disziplin – Manfred Gangl: Die Gründung der «Deutschen Hochschule für Politik» – Steven D. Korenblat: A School for the Republic? Cosmopolitans and Their Enemies at the Deutsche Hochschule für Politik, 1920-1933 – Annie Lamblin: Die Zeitschrift für Politik (1921-1933) – Rainer Eisfeld: Amerikanische Lösungen für Weimarer Probleme? Amerikabilder und ihre Folgen bei Ernst Jäckh und Arnold Wolfers – Marcus Llanque: Der Einfluß von Max Weber auf die Weimarer Politikwissenschaft – Reinhard Blomert: Alfred Weber als Politikwissenschaftler – Manfred Gangl: Soziologie als Politikwissenschaft. Karl Mannheim zwischen Formalismus und Historismus – Gérard Raulet: Krisenlösung: Mannheims Überwindung des Historismus 1924-1929 – Wolfgang Bialas: Reichweite und Grenzen einer philosophischen Anthropologie des Politischen. Helmuth Plessners Auseinandersetzung mit dem politischen Humanismus – Sebastian Liebold: Das politische Bild vom «citoyen». Arnold Bergstraessers «Staat und Wirtschaft Frankreichs» zwischen Kultursoziologie und Politikwissenschaft – Nathalie Le Bouëdec: Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und politische Bildung: Politikwissenschaftliche Ansätze im Werk Gustav Radbruchs – Frank Schale: Die Arbeiten von Richard Thoma zur Parteienforschung.