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Schulstrukturen als historisch gewachsenes Produkt bildungspolitischer Vorstellungen

Blitzlichter in die Entstehung der schweizerischen Schulstrukturen

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Susanna Jenzer

Dieses Buch kam mit Hilfe des Kulturengagements des Lotterie-Fonds des Kantons Solothurn zustande.
Schulstrukturen werden als selbstverständlich vorausgesetzt. Erst in Phasen der Schulreform erlangen sie Aufmerksamkeit. Historisch gesehen sind in den letzten 200 Jahren mehrere solcher Reformphasen auszumachen, die das moderne Bildungssystem erst konstituierten und von denen die Volksschule, die Gymnasien und die Berufsbildung in je unterschiedlicher Weise betroffen waren. Die historische Studie geht von den Standesschulen des 16. und 17. Jahrhunderts aus und zeigt, wie sich das Schulsystem seither verändert hat. Im Kern wurden mit dem modernen Bildungssystem drei Anliegen realisiert: die demokratische Idee einer Bildung für alle in der Volksschule, die Idee der gelehrten Bildung in den Gymnasien und die Idee einer «nützlichen» Bildung im Berufsbildungssystem. Die vorliegende Arbeit zeigt nicht nur, wie diese Ideen Schulen strukturierten, sondern auch, dass sie nicht widerspruchsfrei realisiert werden konnten. In der aktuellen Reformphase ist ein solcher Rückblick sicher von grosser Bedeutung, zumal die heutigen Schulstrukturen erst auf dem Hintergrund ihrer Geschichte verständlich werden.
Aus dem Inhalt: Von der Standesschule zur demokratischen Schule - Die obligatorische Schulzeit im Dienste der Volksbildung - Die Sekundarstufe I zwischen Volksschul-, Gymnasial- und Berufsbildungsansprüchen - Gymnasien: bloss im Dienste der gelehrten Bildung? - Berufsbildung: bloss im Dienste der Wirtschaftswelt? - Schulstrukturen im 20. Jahrhundert - Auf dem Weg zu neuen Bildungskonzepten - Mehr Demokratie und Chancengleichheit?