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Zwischen den Zeiten. Einblicke in Werk und Rezeption Anton Čechovs. Gerhard Ressel zum 65. Geburtstag

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Edited By Henrieke Stahl and Karoline Thaidigsmann

Anton Čechovs Werk ist für Leser, Schriftsteller, Theater- und nicht zuletzt Filmschaffende von einer bis heute ungebrochenen Attraktivität, die sich dem innovatorischen Potential seiner Poetik und Anthropologie verdankt. Das desillusionierte Bild des Menschen, das zugleich seine Fähigkeit zu Kreativität und Selbstbestimmung konturiert, lässt Čechovs Texte "zwischen den Zeiten" stehen und ihre Aktualität bis in die Gegenwart wahren. Die Beiträge dieses Bandes arbeiten in Einzeltextstudien Čechovs narrative und dramenpoetische Neuerungen in genetischer Perspektive heraus und verfolgen exemplarisch ihre Rezeption in der russischen und amerikanischen Literatur und Filmkunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Behandelt werden die Erzählungen "Moja žizn'" ("Mein Leben"), "Palata No.6" ("Krankenzimmer Nr. 6") und "Černyj monach" ("Der schwarze Mönch") sowie die Dramen "Lešij" ("Der Waldgeist"), "Djadja Vanja" ("Onkel Wanja") und "Čajka" ("Die Möwe"). Beispielhaft für Facetten der philosophisch-literarischen Rezeption stehen Sergej Bulgakov, Andrej Belyj, Lev Šestov und Andrej Platonov sowie Willa Cather und Richard Yates. Čechovs Bedeutung für den Film wird anhand der Regiearbeiten von Kira Muratova und Woody Allen aufgezeigt.

Zum Geleit - Čechovs Erzählung „Mein Leben“ als Programmschrift. Überlegungen in Abgrenzung vom Monumentum des Kaisers Augustus „Meine Taten" - „Lešij" („Der Waldgeist"), „Djadja Vanja" („Onkel Wanja") und die Entwicklung der Čechovschen Dramenpoetik - Čechovs „Möwe“ („Čajka“, 1896/1901) – die undechiffrierbare Chiffre. Abwehr des impressionistischen und naturalistischen Theaters und Neubegründung der Komik im lyrisch-epischen Drama - Kalendarische Motive in Anton Čechovs Dramen. Einführende Beobachtungen - Im Gefängnis des Seins: Aspekte der Unfreiheit in Anton Čechovs Erzählung „Palata № 6" - Adaptivität des Mittelmäßigen im Irrgarten des Genialen – eine Untersuchung des anthropologischen Wandels anhand der Figurengestaltung Kovrins und Tanjas in Anton Čechovs Erzählung „Černyj monach" (1894) - č Gete: Auf Schillers Spuren in Čechovs „Skazki Melpomeny"