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Ausgrenzende politische Ideologien

Akteure, Organisationen und Programmatiken

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Edited By David Bordiehn, Christian Köhler, Stefan Noack and Susanne Wein

Die 21 Beiträge des vorliegenden Bandes behandeln Ausgrenzungsprozesse von der Antike bis zur Gegenwart aus interdisziplinären Perspektiven. Der Schwerpunkt liegt auf politischen, religiösen und (schein-)wissenschaftlichen Rechtfertigungen, die für die Ausgrenzung bestimmter Personen, Gruppen oder Denkrichtungen herangezogen wurden. Die aufgezeigten Vorstellungen, Mechanismen und Traditionen erweisen sich gerade auch im Kontext heutiger gesellschaftlicher Entwicklungen als höchst aktuell. Die Aufsätze tragen damit nicht nur zur Ideologieforschung bei, sondern werfen zugleich einen kritischen Seitenblick auf unsere Gegenwart. Gewidmet ist der Band Professor Dr. Uwe Puschner, der weitreichende Impulse auf diesem Forschungsfeld gesetzt hat.

Tamara Or u. Felix Wiedemann: Geschichte(n) im Wechsel der Perspektive(n) – Ernst Baltrusch: Die Utopie eines Staates ohne Fremde. Zur Xenelasie Spartas – Christian Wendt: Die exklusive Menge. Demokratie als Marginalisierung der Eliten bei Pseudo-Xenophon – Hubert Cancik: Sklaven und Menschen. Das Trostgedicht des Statius für Flavius Ursus zum Tod seines geliebten Sklaven – Étienne François: Abgrenzung und Zusammenleben. Protestanten und Katholiken in Augsburg 1648–1806 – Olaf Blaschke: «Wir wollen Ultramontane, Papisten, Päpstliche seyn». Der Katholizismus des 19. Jahrhunderts als ausgrenzende politische Ideologie – Richard Faber: Jüngstes Gericht über Tangermünde. Wie «besorgte» Bürger Theodor Fontanes «Kopftuchmädel» Grete Minde in einen infernalischen Amoklauf treiben – Oliver Janz: Nation und Familie im langen 19. Jahrhundert. Italien im Vergleich – Michel Grunewald: Die Rezeption von Fichtes «Reden an die deutsche Nation» durch die Action française (1895–1944). Bemerkungen zu einem Transfer – Werner Treß: Deutscher Nationalismus und Judenfeindschaft im Zeitumbruch der Jahre 1814 bis 1819. Die Beispiele Friedrich Rühs und Jakob Friedrich Fries – Ulrich Wyrwa: Die Konstruktion der deutschen Nation mit den Juden. Deutsche Juden als Akteure auf dem nationalen Feld (1858–1878) – Werner Bergmann: Antisemitismus und «Ausländerhetze». Die «Ostjudenfrage» in den frühen Jahren der Weimarer Republik – Gregor Hufenreuter: Gustav Simons. Völkischer Antisemit, Lebensreformer und «Simonsbrot»-Erfinder – Arnd Bauerkämper: Soziale Konflikte und Ausgrenzung. Bewirtschaftungspolitik und Inflation in der ländlichen Gesellschaft der Weimarer Republik bis 1923 – Björn Hofmeister: Die Alldeutschen erfahren den Ersten Weltkrieg – Barbara von Hindenburg: Frauenwahlrecht. Positionen, Gegenpositionen und politische Praxis – Ulrich Pfeil: Das Verbandswesen in Heide (Holstein) während des Deutschen Kaiserreiches. Eine Lokalstudie zum völkisch-nationalistischen Nährboden – Winfried Mogge: «Ein Germanentempel zwischen Tannen und Eichen». Der Deutsche Dom in Witzenhausen: Ein gescheitertes völkisches Projekt – G. Ulrich Großmann: Burgen und Nationalsozialismus; Jens Flemming: Bollwerk gegen Klassen- und Parteienherrschaft? Justiz und Richterschaft zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus; Stefanie von Schnurbein: Voreilige Wikinger, verspäteter Römer. Narrative Anachronismen in Felix Dahns «Ein Kampf um Rom» (1876) und der Serie «Norsemen» (2016) – Tilmann Wesolowski: Fly me to the moon. Warum es ohne die Glacialkosmogonie kein Peenemünde gegeben hätte