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Adoleszente Wehrmachtssoldaten in der Nachkriegsjugendliteratur

Opfer oder Täter?- Autobiografische Erklärungsansätze zur Motivation adoleszenter Soldaten

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Dirk Wendtorf

Das Buch untersucht Werke jugendlicher deutscher Autoren, die als Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg dienten und ihre im Krieg gemachten Erfahrungen in Kinder- und Jugendbüchern literarisch verarbeiteten. Im Zentrum der Studie steht die literarische Umsetzung der folgenden Fragen: Was bewegte die Autoren für das nationalsozialistische Deutschland zu kämpfen? Empfanden sie persönliche Verantwortung für das Geschehene und wie war ihre Einstellung zum Widerstand? Welche literarische Form wählten sie, um dem zeitgenössischen jugendlichen Rezipienten die Kriegserlebnisse zu vermitteln?
Die Studie analysiert Werke heute unbekannter wie auch etablierter Jugendschriftsteller und umfasst den Zeitraum von 1947 bis heute. Der Autor beleuchtet den historischen und soziologischen Kontext, in dem die Werke entstanden bzw. publiziert wurden. Er bezieht in seine Untersuchungen aber auch die affektive und kognitive Entwicklung eines Heranwachsenden mit ein, um die Motive, welche die Autoren als Begründung für ihr Handeln anführen, aus entwicklungspsychologischer Sicht zu erhellen.
Aus dem Inhalt: Der Jugendliche und der nationalsozialistische Krieg - ein historischer Abriss – Überblick über die Forschungsliteratur zur Vergangenheitsbewältigung deutscher Kriegsteilnehmer – Anmerkungen zur Methodologie und Fragen der literarischen Gattungen in den behandelten Werken – Die Werke der frühen Adenauer-Ära: Reflexionen restaurativer Tendenzen in der Bundesrepublik der vierziger und fünfziger Jahre – Das zeitgenössische Jugendbuch: Situation der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Autoren in den ausgehenden sechziger und siebziger Jahren – Wehrmacht und Holocaust - ein Tabu bröckelt. Die Frage nach der individuellen Verantwortung in den Jugendbüchern der achtziger Jahre bis zur Jahrtausendwende.